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Opium.
Von einem so wichtigen Arzneimittel, wie das Opium ist, darf nur dieallerbeste Sorte in Gebrauch gezogen werden. Diese ist, wie auch der Textfeststellt, das Smyrnaische. Sie kommt in rundlichen Broden von 1 % bis2 Pfund Gewicht vor, die Klumpen sind äusserlich hart, innerhalb mehr oderweniger weich, zuweilen schmierig, mit Mohnblättern eingehüllt und hin undwieder mit dem Samen einer Ampherart bestreut. Schneidet man ein solchesStück durch, so finden sich im Inneren eine Menge kleiner glänzender, hellbraungelblicher Körner, welche von der Art des Einsammelns entstehen. Es befindensich oft in derselben Kiste einzelne dünne, platte und weiche Stücke, welchekeine Thränen mehr erkennen lassen und auch geringhaltiger an Morphium sind.Die gute Sorte liefert 13 bis 13 % Procent Morphium und höchstens */ 4 ProcentCodein. Dieses Opium ist durch den stärksten und am entschiedensten ausge-sprochenen eigenthümlichen Geruch des Opiums ausgezeichnet, der vielen nichtunangenehm erscheint. Verschiedene andere Sorten von Smyrnaischem Opium,welche im Handel vorkommen, sind von geringerer Güte und dürfen nicht alssolches, sondern (bei günstigem Einkaufe) nur zur Bereitung der Morphiumsalzeverwendet werden. Eine Sorte besteht aus kleinen kugelrunden, sehr sorgfältigin Mohnblättern eingewickelten, etwa nur % Pfund schweren Broden. Der Ge-ruch ist nicht mehr rein opiumartig, sondern mulstrig, dumpf und im Innerenerblickt man kleine, mit gelbem und weissem Schimmel angefüllte Höhlungen-Die Farbe ist dunkel, fast braunschwarz und der Morphiumgehalt kaum 7 Pro-cent. Alle in kleineren oder viereckigen Stücken vorkommenden Sorten sind zuverwerfen.
Dieses ächte Opium von Smyrna wird nun von dem Apotheker zuin Ge-brauche vorbereitet. Vielfach wird es als Pulver gebraucht und bei Auswahlder richtigen Sorte mit grossem Erfolge und vollkommener Sicherheit. Es ent-hält in sich alle Kräfte der verschiedenen Stoffe des Opiums vereinigt und istohne alle Vorbereitung, als der des Trocknens und Pulverns , ein ausgezeichne-tes Arzneimittel.
Um das Pulver darzustellen, wird der Opiumklumpen mit einem scharfenMesser in dünne Scheiben zerschnitten und diese am besten über Chlorcalcium(siehe Castoreum ) ausgetrocknet. Auf diese Weise verliert es am wenigsten anGeruch, weil es ohne Luftwechsel trocknet. Ohne diese Vorrichtung trocknetman die Opiumscheiben im Sommer auf Sieben an einer warmen Stelle, oderzu jeder Jahreszeit an einer nicht zu warmen Stelle des Trockenofens. Dietrockenen und vollkommen spröden und brüchigen Stücke werden zerstossen unddurch ein feines Haarsieb geschlagen. Das Pulver wird in einem gut verschlos-senen Glase aufbewahrt. Zu den Tincturen muss auch gepulvertes Opium ge-nommen werden, damit es immer auf demselben Grade der Trockenheit sichbefinde. Morphium wird am besten aus natürlichem Opium ohne vorhergehendeTrocknung bereitet, da es leicht in Wasser auseinandergeht.
Ein constantinopolitanisches Opium ist im Handel nicht regelmässig undsicher zu beziehen. Es soll an Güte noch das smyrnaische übertreffen. Alleinda es nicht in solcher Menge und mit derjenigen Bestimmtheit vorkommt, welchedas Bedürfniss und die nothwendige Sicherheit des Arztes erfordert, so darf estrotz seines grösseren Gehaltes an Morphium gar nicht zum innerlichen Ge-brauche angewendet werden, weil es nicht ausschliesslich angewendet werdenkann.
Das ägyptische Opium, Opium, thebaicum , ist aussen und innen gleichtrocken und springend, wie mit dem Samen eines Rumex bestreut, von umsch-lichen Bruche und Fettglanz auf dem Bruche. Es erscheint in pfundschwerenStücken. Es hat einen schwachem Opiumgeruch. Es ist an Morphiumgehaltgeringer als das smyrnaische.