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Commentar zur Preussischen Pharmacopoe : nebst Uebersetzung des Textes : für Apotheker, Aerzte und Medicinal-Beamte / nach der sechsten Auflage der Pharmacopoea Borussica bearbeitet von Friedrich Mohr
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Os Sepiae.

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Das ostindische Morphium weicht in seinen Eigenschaften noch mehr abund sieht einem getrockneten Extracte nicht unähnlich. Es ist selten im euro-päischen Handel, nicht zu verwechseln und darf nicht angewendet werden. Das-selbe gilt von allem in Europa gezogenen Opium.

Die Prüfung des Opiums auf seine Oute besteht gewöhnlich in einer quan-titativen Bestimmung des Morphiums , indem dieser Bestandtheil als der Haupt-körper der arzneilichen Wirksamkeit, und wohl mit Recht, angesehen wird. Manhat sich dazu verschiedener Methoden bedient, die aber sämmtlich keine grosseanalytische Schärfe zulassen, derqn Resultate aber, wenn sie nach derselben Me-thode erhalten wurden, untereinander vergleichbar sind. Merck hatte dazu dasfolgende Verfahren angegeben. Man kocht % Unze zerschnittenes Opium mit8 Unzen gewöhnlichem Branntwein, filtrirt und kocht den Rückstand noch ein-mal mit 4 Unzen Branntwein, und setzt den filtrirten Auszügen 2 Drachmenkohlensaures Natron zu. Die Flüssigkeit wird zur Trockne verdampft, diebraune Masse mit kaltem Wasser aufgeweicht, in einem schmalen Cylinder de-cantirt, der Rückstand mit etwas Wasser gewaschen, dann mit einer Unze kal-tem Weingeist von 0,85 specil'. Gewicht eine Stunde lang in Berührung gelas-sen, alles auf ein Filter gebracht, mit Weingeist gewaschen, der Niederschlaggetrocknet, in einem Gemische von */s Unze destillirtem Essig und ebensovielWasser aufgelöst, auf dasselbe Filier gebracht und mit % Unze derselben saurenMischung nachgewaschen, das Filtrat mit Ammoniak in kleinem Ueberschussegefällt, die Wände des Glases mit einem Glasstab gerieben, worauf das Mor-phium niederfällt, welches man nach 12 Stunden sammelt, trocknet und wiegt.Von gutem Opium muss man auf diese Art 30 40 Gran reines Morphium er-halten. Riegel*) hat die verschiedenen Methoden der Opiumprüfung unter-sucht und giebt der von ihm modificirten Methode Guill e rmonds den Vor-zug Er löst % Unze Opium in verdünntem Weingeist, drückt aus und wäschtden Rückstand mit demselben Weingeist aus, dann fällt er mit Ammoniak. DenNiederschlag wäscht er nach der Auswaschung mit Wasser und nach demTrocknen mit Chloroform, um das Narcotin auszulösen, indem das Morphiumdarin ganz unlöslich ist.

Ich sollte zweifeln, ob diese Methode kürzer und sicherer wäre, als die vonmir empfohlene mit überschüssigem Kalk auszuziehen und mit Salmiak zu fällen.

Os Sepiae. Weißes Fischbein.

Sepia officinalis Linn. Mollusca Cephalopoda.

Die innere im Rücken der Thiere gelegene Schale, länglich,von der einen Seite fast flach, von der andern convex, zerreiblich,aus dünnen Plättchen bestehend, die mit Hülfe sehr dünner hohlerSäulchen zusammenhangen, aus kohlensaurem Kalk bestehend. Rswird von dem todten Thiere getrennt und an den Ufern des Mit-telmeeres ausgeworfen gesammelt.

Das weisse Fischbein ist die Rückenplatte eines im atlantischen Ocean, demMittelmeere und der Nordsee vorkommenden Weichthieres, welches die Längevon 1 bis 2 Fuss erreicht und Tintenfisch, Seekatze, Rütteltisch genannt wird.

*) Jahrbuch für praktische Pharmacie 23, 210; Jahresbericht von Liebig undKopp für A84S. 8. 607, für 1850. 8. 617.