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Commentar zur Preussischen Pharmacopoe : nebst Uebersetzung des Textes : für Apotheker, Aerzte und Medicinal-Beamte / nach der sechsten Auflage der Pharmacopoea Borussica bearbeitet von Friedrich Mohr
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Radix Rubiae tinctorum. — Radix Salep.

In ganzen Stücken wird die Rhabarber nicht selten gekaut. Man sucht zudiesem Zwecke die schönsten Stücke aus und zersägt sie mit einer Handsäge inwürflige oder parallelepipedische Stücke Ein grobes Pulver dient zur Bereitungder Insusen, des Syrups, der Tincturen. Ein feines Pulver wird in Pulvernund Pillen häufig verordnet. Seine Darstellung bietet keine Schwierigkeit dar.Die Wurzel wird im Mörser zu groben Stücken zerstossen oder auf dem Schneide-messer in Scheiben zerschnitten, welche erst scharf getrocknet und dann imMörser gestossen werden. Das Pulver wird durch das feinste Sieb geschlagen.Man bewahrt es in gläsernen oder blechernen Gefässen auf, die nicht mit Papierüberbunden werden, sondern entweder mit einem Glas - oder Korkstopfen odermit einem Blechdeckel verschlossen sind. Einige Apotheker haben die Ge-wohnheit, beim Stössen einige süsse Mandeln zuzusetzen, wodurch das Pulvereine intensiver gelbe Farbe erhält. Solche Künsteleien sind mindestens über-flüssig.

Man hat früher grosse Hoffnungen gehabt, den Rhabarberbau nach Europazu verpflanzen, wozu die Aehnlichkeit des Klimas aufmunterte. Die ersten Er-folge waren ganz günstig und es wurden in Frankreich und England Wurzelngezogen, welche neben guter ausländischer Rhabarber nicht unvortheilhast er-schienen. Unterdessen bemerkt man im Handel dennoch keine bedeutendenMengen dieser Waare, so dass, ehe auch die Gleichheit der Wirkungen durchErfahrungen festgestellt ist, in pharmaceutischer Beziehung davon abzusehen ist.

Enneandria Trigynia, Cl. IX, Ord. 3.

Radix Rubiae tinctorum. Färberröthe. Krappwurzel.

Rubia tinctorum Rinn. Rubiaceae.

Eine walzenförmige, dünne, etwas ästige Wurzel, die mehrereWurzeln aus einer und derselben Stengelbasis aussendet, meistenszerbrochen, von einer aussen roth-braunen, innen dunkel-röthlichenRinde, von blässerem Holze, den Speichel roth färbend. DiePflanze wächst im Orient wild und wird bei uns gebaut. DieWurzel ist im Herbst zu sammeln.

Von einer Anwendung des Krapps in der Heilkunst habe ich nichts in Er-fahrung gebracht, Als Farbestoff hat er die bekannte Wichtigkeit.

Tetrandria Monogynia , Cl. IV, Ord. 1.

Radix Salep. Salepwurzel.

Unbekannte orientalische Arten von Orchis Rinn., sowie auch OrchisMono und mascula Rinn. Orchideae.

Eiförmig längliche, etwas durchscheinende, harte, schwere,schmutzig gelbe, einfache, seltener bandförmige Knollen. Siewerden aus dem Orient zugeführt, sowie auch von den oben ge-nannten einheimischen Orchisarten gewonnen.