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Commentar zur Preussischen Pharmacopoe : nebst Uebersetzung des Textes : für Apotheker, Aerzte und Medicinal-Beamte / nach der sechsten Auflage der Pharmacopoea Borussica bearbeitet von Friedrich Mohr
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Radix Sarsaparillae. 241

Die Salepwurzel wird viel in Franken gesammelt und in den Handel ge-bracht. Sie ist kleiner als die persische, sonst derselben ganz gleich in Eigen-schaften und Wirksamkeit. Die gewaschenen frischen Wurzeln werden an Fä-den gereiht und dann so lange in kochendes Wasser gehalten, bis einige Knol-len anlangen sich in eine schleimige Masse aufzulösen. Man nimmt sie dannheraus und trocknet sie an der Sonne oder in einem guten Trockenraume. Diedeutsche Salepwurzel wird von Orchis pyramidaüs, müilaris und selbst von bifolia ,überhaupt von allen Arten, welche ungetheilte Knollen haben, gesammelt. Durchdas Bruhen verliert die Wurzel den unangenehmen Geruch und wird durch-scheinend.

Die Salepwurzel wird nur als seines Pulver gebraucht. Sie ist sehr schwerzu stossen wegen ihrer Härte und Elasticität. Die französischen Schriftstellerempfehlen das folgende Verfahren. Man solle die Wurzel zwölf Stunden in kal-tes Wasser einweichen, dann mit rauher Leinwand abtrocknen und nur in einemMörser zerknirschen. Die Cohäsion wird dadurch aufgehoben und es entsteheneine Menge von Kissen. Diese feuchte Masse wird dünn ausgebreitet und imTrockenschranke getrocknet. Hierbei muss man beachten, dass die Wurzel nichtzu lange feucht liege, weil sie sonst leicht einen üppigen Schimmel zieht, mit oftzolllangen, geraden Stengeln , auf denen die Sporenköpfchen sitzen. Die ge-quetschten Wurzeln werden öfter umgerührt, damit das Trocknen an allen Stel-len vor sich gehe. Die vollkommen getrockneten Wurzeln lassen sieh nun vielleichter stossen, und geben auch ein weisseres Pulver. Will man diese Operationumgehen, so stösst man ohne Weiteres im Mörser. Die ersten Portionen desPulvers muss man aber entfernen, weil sie leicht etwas gefärbt sind. Das Pul-ver wird durch ein feines Sieb abgeschlagen. Ueber die Bereitung der Mucilagosiehe den Artikel. Mucilago Salcp. (d. Bd. 8. 147).

Gynandria Monandria, Cl. XX, Ord. 1.

Radix Sarsaparillae. Sarsaparillwurzel.

Nicht genau bestimmte Arten von Smüax. Smilacinae.

Eine sehr lange, runde, an drei Linien dicke, hin und her ge-bogene, der Länge nach gefurchte Wurzel, mit wenigen faserigenWürzelchen, einer aussen und innen braunen, eine halbe Liniedicken Rinde, ringförmigem, gelblichem, zuweilen grünlichem Holze,einem dicken, weissen Marke, einem anfangs schwachen, nachheretwas scharfen Geschmacke. Es ist dies die jetzt im Handel vor-kommende Sarsaparilla, die aus der Hondurasbai angebracht wird.Es ist auch gestattet, die aus Brasilien kommende Wurzel, welcheLissabonner genannt wird, anzuwenden, welche sich nur durch einebraunrothe Farbe und leicht loslösende Rinde unterscheidet.

Die Naturgeschichte der Sarsaparilla ist am gründlichsten in der neuerenZeit von Schieiden (Archiv, d. Pharm. 52, 25) behandelt worden, und es seimir gestattet, von den erlangten festgestellten Resultaten das für den Pharma-ceuten Interessanteste aus seiner Arbeit zu benutzen.

Der Name Sarsaparilla stammt aus dem Spanischen. Zarza (z wie § ge-sprochen) bedeutet eine stachlitfhe Schlingpflanze, Brombeerstrauch, und paridaoder parritla (gelesen parilja) bedeutet eine junge Weinrebe, einen Ausläufer derMohr, Commentar. II. 1(5