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Commentar zur Preussischen Pharmacopoe : nebst Uebersetzung des Textes : für Apotheker, Aerzte und Medicinal-Beamte / nach der sechsten Auflage der Pharmacopoea Borussica bearbeitet von Friedrich Mohr
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Sapo medicatus.

jede Aetzlauge bei zunehmender Concentration eine gelbliche Farbe annimmt,jedoch um so schwächer, je reiner die Substanzen genommen worden sind, undje mehr man das Hineinfallen von Staub vermieden hat. Diese hohe Concen-tration ist jedoch auch ganz entbehrlich, ja sogar nachtheilig, wie auch ausdem vorgeschriebenen Zusätze von vier bis sechs Unzen destillirten Wasserserhellet. Nachdem einmal die Seifenbildung ihren Anfang genommen hat, er-härtet die Masse, indem nicht Wasser genug zur Lösung der Seife vorhandenist und die gebildete Seife in der übrigen Aetznatronflüssigkeit ganz unlöslichist. Sobald die Verdickung der Masse einmal begonnen hat, schreitet sie durchAnsteckung rasch vorwärts, und die fernere Durchdringung ist einer längerenZeit vorbehalten, in welcher gleichsam eine Art von Lamentation vor sich geht.Dass hierbei sich dennoch einzelne Theile des Oeles der Verseifung entziehen,geht aus dem folgenden Verfahren hervor, wonach die im doppelten GewichteWassers gelöste Seife mit einem neuen Zusätze von Aetznatron behandelt wer-den soll. Erst bei dieser Verdünnung der Flüssigkeit ist eine vollständige Ver-seilung und Durchdringung der Substanzen möglich. Es lassen sich jedoch allediese Zwecke in einer Operation erreichen, wenn man in der folgenden Weiseverfährt. Die Aetznatronlauge wird durch Kochen von kohlensaurem Natronmit Kalkmilch in einem gusseisernen Grapen bereitet. Die davon am folgen-den Tage abgezogene klare Aetznatronflüssigkeit wird in demselben Gelassenachdem der Kalk entfernt worden, durch lebhaftes Kochen eingeengt, bis sieein specif. Gewicht von 1,18 bis 1,20 zeigt. In diesem Zustande ist sie nochganz ätzend und zur Bereitung der Seife stark genug. Man lässt erkalten undzieht die Lauge am anderen Tage mit einem Heber in das zur Bereitung derSeife bestimmte Gefäss. Dasselbe muss sehr geräumig sein, und kann einemaillirter gusseiserner oder ganz blanker schmiedeeiserner Kessel sein. In die-sem Kessel bringt man die Lauge zum Kochen und setzt nun allmählig dieFette zu. Bei einem specif. Gewicht von 1,18 ist ungefähr gleich viel Laugeund Fett zu nehmen, bei 1,23 ist die Lauge etwa 3 / 4 vorn Fette. Nach den ein-zelnen Zusätzen von Fett und Oel lässt man jedesmal eine Zeit lang schwachsieden, bis man wieder eine neue Menge zufügt; nachdem alles Fett zugesetztworden ist, muss selbst nach längerem Kochen die Masse stark alkalisch schme-cken. Sollte dies nicht mehr der Fall sein, so muss eine kleine Menge Aetz-natronflüssigkeit, die man zu diesem Zwecke zurückgestellt hat, hinzugefügtwerden. Nun lässt man bei gelindem Sieden, dem eigentlichen Seifensieden, dieMasse einkochen, bis sie bei einer gewissen Concentration eine ganz durchsich-tige, leimartig zähe Consistenz angenommen hat. Die Seifenbildung ist nunvollendet, wenn sich der Seifenleim gebildet hat. Es folgt nun das Aussalzen.Dieses geschieht entweder nach Vorschrift der Pharmacopoe mit einer concen-trirten Kochsalzlösung oder durch Hineinwerfen von Kochsalz selbst. Die letz-tere Verfahrungsart darf nur befolgt werden, wenn man ein sehr reines Koch-salz hat. Wenn man das Kochsalz auflöst, so ist es nicht unzweckmäßig, vordem Filtriren eine kleine Menge kohlensaures Natron zuzufügen, um kleineBeimengungen von Chlorcalcium und Chlormagnium, welche nie fehlen, zu zer-setzen. Es kann sich alsdann keine Kalkseife bilden. Nach dem Zusätze derKochsalzlösung erhitzt man noch einmal zum Kochen und stellt nun den Kesselvorn Feuer, um die Seife steigen und erhärten zu lassen. Am folgenden Tagenimmt man die Seife in ganzen Stücken von der Lauge weg, legt sie auf einSieb oder ein Perforat und begiesst sie mittelst einer Brause mit destillirtemWasser, um jeden Rest von Mutterlauge zu entfernen. Dann bringt man siein einen Trockenschrank zum Austrocknen. Wenn aussen Salze ausblühen, sokann man auch diese durch Darüberspritzen von Wasser entfernen, und wenndie Seife Consistenz genug angenommen hat, um sich schaben zu lassen, so

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