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2 (1853) Leichte Metalle und spröde unedle schwere Metalle / von Leopold Gmelin
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Silicium.

[367.368]

Kryställisirtes oder entglastes Glas.

a. Manches Glas, langsam im Glashafen abgekühlt, zerfällt in einen, in un-durchsichtigen Säulen und Nadeln krystallisirten und in einen glasig bleibendenTheil. Nach der folgenden Untersuchung von Dumas scheint ps, dass der krystal-lisirende Theil Natron an den glasig bleibenden abtritt.

Krystallisirter Theil.

Glasig gebliebener

NaO

14,9

19,8

CaO

12,0

12,0

AlO 3

4,9

3,5

SiO 2

68,2

64,7

100,0

100,0

[368] b. Reaumürsches Porcellan. Viele Glasarten, mehrere Stundenlang in einer Hitze erhalten, bei welcher sie weich werden, z. B. im Töpferofen,gehen in einen porcellanartigen Zustand über. Am meisten ist hierzu dasButtel-Glas geueigt, wohl wegen gröfsern Gehalts an Alaunerde; hierauf folg*'schlechteres grünes Fensterglas; auch Kalk - reicheres weifses Glas ist dieserUmwandlung fähig, aber nicht reines kieseisaures Kali oder Natron, sowieBleioxyd-haltendes Glas. Lewis , Dartigues.

Die Entglasung erfolgt sowohl, wenu man das Glasgefäfs Innen und aufsenmit einem unschmelzbaren Pulver, dem Cäment, umgibt, welches sein Zusam'mensinken hindert, wie mit Sand, Sand und Gyps, Beinasche, Thon, Ziegel'mehl, Kalk , Eisenoxyd , Kohle oder Rufs, als auch beim Erhitzen für sich , nurlangsamer. Lewis , Dabtigues , Mohvkau. Sie erfolgt auf dieselbe Weise mitGlas, welches von einem Lavastroin umhüllt wird. Mokveau. Entweder istdiese Umwandlung mit Dabtigues blofs von einem Uebergange der in ihrer Zu'sammensetzung unverändert bleibenden amorphen Glasmasse in den krystalli-sirten Zustand abzuleiten, sofern der anhaltende weiche Zustand den AtomenGelegenheit gibt, sich zu Krystallmoleculen zu vereinigen. Oder es ist mitLKWß,Morveau und Dumas anzunehmen, dass das Glas bei dieser Umwandlung *)*'gleich Alkali verliert, welches heim Glühen des Glases für sich verdunstet, beimGlühen zwischen einem Pulver von diesem aufgenommen wird; zugleich nimmDumas an, dass das im Glase enthaltene Mangan - und Eisen - Oxydul in Oxydübergeht. Nach Lewis backt der das Glas als Cäment umgebene Sand zusam-men, weil er Alkali aufuimmt. Dumas fand in einem entglasten Buttel-Glas bloß2 Proc. Kali (neben 27,4 Kalk, 6,6 Mangan - und Eisen-Oxyd, 12,0 Alaunerdeund 52,0 Kieselerde); auch spricht für diese Ansicht das Verhalten desReaumur-schen Porcellans beim Schmelzen, s. u.

Bei dieser Umwandlung sind folgende Grade zu unterscheiden: 1. Zuerswird das Glas trübe und blau bei auffallendem, gelb bei durchfallendem Lichte)Lewis, Fournet, zeigt aber noch glasigen Bruch. Die blaue Färbung zeigt sicauch auf der Bruchlläche, rührt also nicht von Oxydation her. Fournet.Trübung rührt ohne Zweifel von der Auscheidung feiner Theiichen her, deren ZU'sammensetzung von der der übrigen Glasmasse verschieden ist. Aehnlich vel y*.sich manche Eisenschlacke (vorzüglich kieselsaurer Alaunerde-Kalk) ; Schlack idie bei raschem Abkühlen grün wird, wird bei langsamem, wenn sie auch aufs®grün ist, im Innern blau und bei durchfallendem Licht gelb; aber ihr P 1 "*,®erscheint wieder grün. Hiermit hängt die Erscheinung zusammen, dassProbe, die man vor dem Lötlirohr durch Auflösen von vielen Erden und mehretschweren Metalloxyden in Borax oder Phosphorsalz erhält, beim raschen 4 bkuin'len klar bleibt, dagegen beim stofsweisen Blasen oder Flattern, wodurchlängere Zeit in dem weichen Zustande erhalten wird, bei welchem sich kryslische Verbindungen erzeugen und ausscheiden können, trübe wird. Foot*(Amt. Chim. Phys. 79,370; auch J. pr. Chem. 26, 321). d

2. Hierauf bilden sich weifse undurchsichtige Nadeln, von der innernuuäußern Oberfläche des Glases ausgehend, und zuletzt in der Mitte des Gzusammentretend. Die Gräuze des Zusammentritts ist oft durch eine hrLinie bezeichnet. Die so weit umgewandelte Masse ist das Reaumürsclie F° ^ derlau. Es hat, zwischen Pfeifenthon gebräunt, eine glatte, zwischen Ko*k jj enBeinasche gebrannt, eine rauhe, runzlige oder blasige Oberfläche. Zw*