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Titan.
[433.434]
8 Th. Sauerstoff im Oxyd etwa 3 Th. Kohle; denn da die Wandungen des Kohlen-tiegels dem Metalloxyd ebenfalls Sauerstoff entziehen, so kann im Gemenge un-verbundene Kohle bleiben, und durch ihre Zwischenlagerung die Vereinigungdes reducirten Metalls zu einer zusammenhängenden Masse , dem Regulus oderMetallkönig , bindern. Jedenfalls erfolgt die Reduction bei [432] mäfsigeinKohlenzusatz schneller, als durch den blofsen Kohlentiegel. Sonst fügte mandem Metalloxyd auch ein Flussmittel zu, wie Borax, Glas u. s. w.; dieses be-fördert allerdings die Vereinigung des reducirten Metalls zu einem König, kannaber auch eine Verunreinigung desselben mit Natrium , Silicium u. s. w. ver-anlassen. — Nachdem das Metalloxyd in die Spur fest eingedrückt ist, füllt manihren oberen Tlieil noch mit Kohlenstaub oderKieurufs aus, die man fest drückt,klebt den Deckel mit Thon auf das Schmelzgefäfs fest, setzt dieses in die Esse,z. B. in den Gebläseofen von Sefström ( Pogg. 15, 612) oder von Mohr (Ann.Pharm. 27 , 229), lässt es nur langsam zum Glühen kommen, damit es nichtspringe, und erhält es dann unter ileifsigem Nachgeben von kleinenKohlen oderKooken, so dass es immer mit glühenden Kohlen umgeben bleibt, und unteröfterm Stören mit einer dünnen Eisenstange, damit nirgends ein leerer Raumim Ofen entstehe, gegen welchen hin sich das Schmelzgefäfs bis zum Umfallenneigen könnte, y 2 bis 1 Stunde lang in der Weifsgiiihhitze. Hierauf lässt mandie Kohlen unter fortwährendem Blasen so weit niederbrennen, dass man dasSchmelzgefäfs mit der Zange fassen kann, nimmt es nach Aufhöreu des BlasenSsogleich, ehe die Schlacke, durch welche es am Ofen fest klebt, erstarrt ist, be-hutsam heraus, und lässt es langsam abkühlen.
Clarke will aus Titanoxyd vor dem Knallgasgebläse ein silberweifses Me-tallkorn erhalten haben.
T Eigenschaften. Dunkelgraues, schweres, unkrystallinisches Pulver;erscheint bei iOOfacher Vergröfserung als zusammengesinteiTe Klum-pen von der Farbe und dem vollkommenen Melallglanze des Eisens-Durch Druck nimmt es keine andere Farbe an. — Fängt schon bei 100° allfür sich das Wasser zu zersetzen. — Wird von Salzsäure beim Erwär-men unter starker Wasserstoffentwickelung aufgelöst. Wühler. L-l[433] Atomgewicht des Titans: 24,295 H. Rose, 23,665 Mosandek; also injMittel ungefähr 24. f314,7 oder 25,17 Pierre (Arm. Chim. Phys. 3, 20, 257). L ‘
Verbindungen des Titans.
Titan und Sauerstoff.
A. Titanoxydul.
Folgende Erfahrungen machen das Dasein eines Titanoxyduls wahr-scheinlich :
Setzt man mit Oel zu einem Teig angemachte Titansäure im Kohlentieg e ‘einem östündigen Gebläsefeuer aus, so zeigt sich aufseu eine braune Lage; da-hinter eine mit Höhlungen versehene Lage, in welchen sich goldfarbene Theilch e ®zeigen, und der Kern ist eine dichtere, aus kleinen , blauschwarzen glänzendenNadeln bestehende Masse [wohl Titanoxydul]. Laugier.
Glüht man Titansäure, ohne sie mit etwas Kohligem zu mengen, heftig ^Kohlentiegel, so zeigt sich die Masse aufsen mit einer krystallischen kupferrotbc®Rinde umgeben; aber der innere Theil [434] ist schwarz, gibt einen grauen,etwas glänzenden Strich, löst sich in keiner, selbst nicht in einem Gemisch v °Flusssäure und Salpetersäure, oxydirt sich nur höchst langsam beim Glühen ®der Luft, und kaum durch schmelzenden Salpeter, und löst sich vor dem Lö“ 1 'rohr im Phosphorsalz zu einem schwarzen, dunkelrothen oder liyazintbrotheGlase. Bkrzelius. . g
Die Titansäure verliert, für sich im Kohlentiegel weifs geglüht, blofs 5 niProc. Sauerstoff; die erhaltene schwarze Masse ist daher wohl als einvon Titansäure mit Titanoxydul zu betrachten. Sie färbt das Glas aniethystro >sie gibt mit stärkeren Säuren, nicht mit Essigsäure, weinrothe Lösungen. -