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2 (1853) Leichte Metalle und spröde unedle schwere Metalle / von Leopold Gmelin
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Titan.

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diesen fällt Ammoniak ein schon blaues, gallertartiges Hydrat, weiches aber dasWasser auch bei gewöhnlicher Temperatur schnell zersetzt, und sich in weifseTitansäure verwandelt. Glüht man mit 12 Proc. Kohle gemengte Titansäureheftig im Kohlentiegei, so verliert sie 13 bis 16 Proc. Sauerstoff, uud ist in einegelbbraune, metallglänzende, körnige, ieieht zerreibliche.Masse verwandelt.Bei 24 Proc. Kohle verliert die Titansäure höchstens 20 Proc. Sauerstoff, undlässt einen durch Kohle schwarz gefärbten Kuchen. Hei den Versuchen mit Kohleentstand vielleicht Oxydul, mit metallischem Titan umgeben. Bertiuer {Ami.Chim. Phys. 50, 374).

Glüht mau Titausäure mit Feile von gereinigtem Zink im verschlossenenTiegel bis zur Verdampfung des Zinks, und zieht aus dem Rückstände das übrigeZink durch Salzsäure, so bleibt die Titausäure mit unverändertem Gewicht alsschwarzes Pulver zurück, welches beim Glühen an der Luft ohne Gewichtszu-nahme wieder weifs wird. H. Kose.

Man erhält bei dem eben angegebenen Verfahren von Rose ein schwarzesPul ver, wenn man gelinde glüht. Erhitzt man dagegen 1 Th. Titansäure mit10 Th. Zink in einem Glaskolben, dessen Ende fein ausgezogen ist, und der sichin einem mit Sand gefüllten Thontiegel befindet, bis alles Zink sublimirt ist, soliefert der Rückstand nach der Behandlung mit Salzsäure ein tief indigblauesPul ver. Auch erhält man ein schmutzigblaues Pulver, wenn man die Rümpfedes Zinks über, in einer Porcellanrölire glühende Titausäure (oder saures titausau-fes Natron) leitet, uud die grünblaue Masse durch Salzsäure von Zink und KadmiumBefreit. Bas blaue Pulver wird beim Glühen in Sauerstoffgas unter etwas Gewichts-zunahme dunkelgelb, beim Erkalten blasser, und Salzsäure zieht hierauf nochetwas Zink und Kadmium aus. Kersten {Poyy. 50,313; auch J.pr. Chem. 20,373).

Thon, welcher Titansäure hält, färbt sich beim Glühen mit desoxydirendenSubstanzen blau. Rie Muffeln aus Titansäure-haRigem Thon von Krakau, welchezur Zinkdestiilation dienten, sind theilweise verschlackt, uud dann schön violett-blau. Meifsner Porcellanthou, mit Zinkoxyd, Kohle, Zucker und Wasser zu einemTeig gemacht, erst schwach geglüht, dann im lutirten Tiegel heftig, färbt sichtheiis hellblau, theils durch Kohle schwarz, wird aber dann beim schwachenBlühen an der Luft ebenfalls blau. Ohne Zinkoxyd erhält mau keine blaue Fär-bung des Thons. Rie aus Titansäure-haltendem Lehm und Kookeuklein darge-stellte Gestellmasse der Freiberger Oefeu zeigt sich nach Beendigung desSchmelzprocesses lavendelblau gefärbt. Keksten.

Verschiedene Flüsse, in welchen Titansäure gelöst ist, färben sich durchäesoxydirende Mittel violettblau. So der Borax oder das Phosphorsalz beimLiuwirken der innern Löthrohrflamme. Berzkeius.

Ein Gemenge von Kali- oder Natron-Glas mit Titansäure in einem Tiegel ge-schmolzen, auf dessen Boden sich Zink oder ein Gemenge von Zinkoxyd undSphle befindet, liefert theils ein schwarzes, theils ein schmutzig violettes Glas.Ein Gemenge von Kieselerde, Alaunerde, Kalk uud 5 Proc. Titansäure, auf die-selbe Weise mit Zink behandelt, gibt einen lavendelblauen, und mit Zinn, stattzuuk, e i üen schön (435] blauen Schmelz; bei lOProc.Titansäure ist er dunkelblau ;cs ist starke Hitze und völlige Abhaltung der Luft nöthig. Kerstkn. Auch dieblaue Färbung vieler Schlacken ist von Titanoxyd abzuleiten. Berthiku. Rieblaue Färbung mancher rührt jedoch nicht von Titan her, sondern vom Ueber-gaug i u Reaumursches Porcellan. Fournet (II, 348).

Zink, Zinn uud Eisen, und in der Wärme auch Kupfer färben die Auflösungbps Titanoxyds in verschiedenen Säuren zuerst violett oder rotli, und fällen danncm eben so gefärbtes Pulver, vielleicht Titauoxydul, mit Ziukoxyd u. s. w. ver-bunden. Benselben Niederschlag erhält man bei Zusatz von Alkali zu der durchfe genannten Metalle gefärbten Lösung. Er sei durch längere Einwirkung desletalis, oder durch Alkali erhalten, so geht er bald iu weifse Titausäure über,heils vermöge des Zutritts der Luft, theils, wenn diese abgehallen ist, nach H.A?t R un£ * Berthier durch Zersetzung des Wassers. Bei behutsamem Zusatz vonAlkali wird nach Berthier aus der gefärbten Lösung zuerst weifse TitausäureBefällt, daun das farbige Oxydul.

Tin der Lösung von metallischem Titan in Salzsäure bringt Ammoniak eineniwarzen Niederschlag hervor, der beim Erwärmen unter Wasserstoffentwick-u g blau wird und bald iu weifses Oxyd übergeht. L-lGmelin, Chemie. B. II. 5. A.

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