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Titan.
[435. 436]
["Wird trocknes Titanoxyd in einem Strom von trocknem Wasserstoffgasheftig geglüht, so wird es schwarz und erleidet einen beträchtlichen Gewichts-verlust. Aus der Bestimmung des gefundenen Gewichtsverlustes schliefst Ebel-si kn, dass dabei Ti 2 0 3 entsteht. Die Masse wird von Salpeter - oder Salz - Säurenicht angegriffen, gib*.-'aber mit Schwefelsäure eine violette Lösung. Ebblmen( Ann. Chim. Phys . 2Ö, 385). W.~|
B. Titanoxyd, Titans Hure. TiO 2 .
Oxyde de Titane. — Findet sich als Rutil, Analas und Brookit.f Bildung . Metallisches Titan verbrennt beim Erhitzen an der Luftmit aufserordentlichem Glanze. In SauerstolFgas erhitzt, verbrennt esaugenblicklich mit blendendem blitzähnlichen Feuer, in eine Flammegestreut, verbrennt es noch hoch über derselben mit glänzendem Funkensprühen.Wühler. — Mit Mennige oder Kupferoxyd gemischt verbrennt das me-tallische Titan mit so heftiger Feuerentwicklung, dass die Masse wieein Schuss sprühend aus der Röhre herausgeschleudert wird. — DieVerbindungen des Titans mit Stickstoff verbrennen beim Erhitzen ander Luft zu reiner Titansäure. H. Röse^ Liebig, Wühler. — Cyau-Stickstoff-Titan oxydirt sich langsam an der Luft, läuft schwarz an undverwandelt sich endlich in weifses Oxyd. L~| — Salpeter oxydirt das-selbe in der Glühhitze oberflächlich, mit purpurner oder blauer Fär-bung; Borax und kohlensaures Natron wirken blofs in dem Verhält-nisse ein, als sich das Metall an der Luft oxydirt. Zusatz von oxydiren-dem, Salpeter zu Borax, und von wenig kohlensaurem Natron, welches die Ver-einigung des Boraxes mit dem Salpeter befördert, bewirkt, dass sich das Titanim Borax schnell als Säure löst, worauf Wasser aus der Probe ein weifses, inSäuren lösliches Pulver (saures titansaures Natron) abscheidet. Wollaston. —■Glühendes Cyanstickstofftitan verwandelt sich in einem Strom vonWasserdampf unter rascher WasserstolfgasentWicklung in Titansäure.RegnAULT {Ann. Chim. Phys. 62, 355).
Darstellung. Als Material dient Rutil (Titansäure, durch Eisenoxydund Manganoxyd, bisweilen auch mit Zinnoxyd, Kiesel- und Alaun-Erdeverunreinigt) uud Titaneisen (titansaures Eisenoxydul). Letzteres kannman durch wiederholtes Kochen mit Salzsäure vom meisten Eisen befreien.[436] 1. Man schmelzt 1 Th. gepulverten Rutil, oder mit Salzsäure
behandeltes Titaneisen, mit 2 Th. Kalihydrat im Silbertiegel, Laugier,
^ oder mit 3 Th. kohlensaurem Kali, II. Rose, im Platintiegel, Silbertiegel,^ Kohlentiegel oder irdeneu Tiegel, behandelt die Masse mit kaltem Was-ser und wäscht das darin unlösliche, mit Eisenoxyd verunreinigte, sauretitansaure Kali so lange aus, bis cs anfängt mit dem Waschwasserdurchs Filter zu gehen und es milchig zu machen, im Wasser löst sichdas überschüssige Kali iu Verbindung mit Maugausäure, Zinnsäure, Kieselerde,Alaunerde und einer Spur Titansäure; sobald das Wasser nicht mehr viel Kalienthält, läuft das saure titansaure Kali mit ihm durchs Filter. — Zur Abschei'
düng des Eisenoxydes dienen folgende Weisen:
a. Man löst den gewaschnen Rückstand in kalter uud concentrir-ter Salzsäure, was langsam erfolgt , verdünnt die Lösung mit Wasser,filtrirt und bringt sie zum Sieden, befördert die vollständigere Fällungdes Titanoxyds durch Kleesäure oder kleesaures Ammoniak, und glühtden ausgewaschenen Niederschlag. Laugier, statt der Kleesäure dientauch Schwefelsäure. Doch reifst in beiden Fällen das Titanoxyd etwas Eisenoxydmit sich nieder, daher es nach dem Glühen auch in der Kälte etwas gelblich er-