Buch 
2 (1853) Leichte Metalle und spröde unedle schwere Metalle / von Leopold Gmelin
Entstehung
Seite
424
JPEG-Download
 

424

Titan.

[441. 442]

Titan und Schwefel.

A. Schwefel-Titan. 1. Man leitet über, durch Anfeuchten,Pressen und Trocknen zu gröfseren Massen vereinigte, im PorccIIan-rohre heftig glühende, Titansäure sehr langsam, gegen 6 Stunden lang,aus einer am einen Ende des Rohrs angebrachten, mäfsig erwärmtenRetorte Schwefelkohlenstoff in Dampfgestalt, leitet das sich am andernEnde neben unzerselztem Schwefelkohlenstolfdampf entwickelnde koh-lensaure Gas unter Wasser, und nimmt den Apparat erst nach dem Erkal-ten aus einander. Es bleibtleiclit ein Theil der Titansäure unzersetzt; auch erzeugtsich etwas schwarzes Schwefeltitan, wahrscheinlich Einfacli-Schwefeltitan. H. ROSE-

2. Man glüht ein Gemenge von 1. Th. Rutil, 1 trocknem kohlen-sauren Natron, 1 Schwefel und etwa auch y 5 Th. Kohle, fest in denKohlentiegel eingedrückt und mit Kohle bedeckt, heftig, doch nicht sostark und lange, wie hei der Darstellung des von Vauquelin, Lampadiusund Laugier erhaltenen Körpers, tu, 415). Die geschmolzene dichte,schwarze Masse hält viele gelbe Blättchen vom Schrvefeltitan. Manverkleinert die Masse gröblich, digerirt sie mit Wasser, decanthirt dieLösung des Schwefelnatriums vom sclnvarzen Schlamm, behandeltdiesen mit Vitriolöl, welches viel Titan (?) löst und wäscht das zurück-bleibende Schwefeltitan mit Wasser. Sind ihm noch schwarze Körnervon Titanoxydul beigemengt, so schmelzt man es 1442] nochmals mitkohlensaurem Natron und Schwefel; beträgt das Titanoxydul weniger,so schlämmt man von diesem das leichtere Scliwefeilitan ab. Berthier.

pL Wenn ein Gemenge von Zweifach -Chlortilau und Hydrothiondurch ein zum Rolhgliihen erhitztes Rohr strömt, so bedeckt sich dieRöhre mit einer Schicht von metallglänzenden Krystallschuppen, diedie gelbe Farbe des Musivgoldes haben. In feuchter Luft riechen sieschwach nach Hydrothion, sind unlöslich in Salzsäure oder verdünnterSchwefelsäure, lösen sich aber in Königswasser ohne erheblichen Rück-stand. Ebelmen ( Ami. chim . Phys . 20, 385). W ~1 Dunkelgrüne, durchden Strich messinggelb werdende, gleich Talk abfärbende und derHaut beim Einreiben einen messinggelben Ueberzug ertheilende Masse.H. Rose. Bronzegelbe, oft breite Blättchen. Berthier.

FEbelmen.

Ti 24 42,86 44,05

2 S 32 57,14 56,40

TiS 2 56 ' 100,00 100,45 W-l

Verbrennt beim Glühen an der Luft leicht zu Titansäure und sichverflüchtigender schwefliger Säure. Verpufft in der Hitze mit Salpeter.Wird durch trocknes Chlorgas, welches man darüber leitet, in Chlor-schwelel und Chlortitan zersetzt. Die dem Schwefeltltan elwa beigemengteTitansäure bleibt zurück. _ Erhitzt sich mit Salpetersäure und zerfälltunter Entwicklung von Salpetergas in Titansäure und in Schwefel. Wirddurch warme Salpetersalzsäure zu gröfstentheils ungelöst bleibenderTitansäure und zu Schwefelsäure oxydirt. Löst sich langsam, unterEntwicklung von Hydrothion, in Salzsäure. H. Rose. Zersetzt inziemlich starker Glühhitze den Wasserdampf sehr leicht und verwan-delt sich unter Entwicklung von Hydrothiongas und viel Wasserston -gas in Titansäure. Reg.NAULT. [Das freie Wasserstoffgas rührt vielleicht