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Menschen in tiefem Schweigen niederbeugen muss, versunken indie selige Tiefe einer unaussprechlichen Bewunderung.
Wenn das Gemüth in einfältiger treuer Demutli in jenerheiligen Tiefe verweilt und sich so der ganzen Lebensfülle jenesGrundprineips der Dinge bewusst wird, drängt sich ihm eineeben so auffallende als natürliche Wahrheit auf, dass nemlich allediese Wunder eines ewigen unauflöslichen Daseins in einer sotiefen geheimen Verborgenheit wirken, dass jenes Grundwesenselbst sie nicht kennen würde, wenn sich dieselben nicht in seinerUmgebung abspiegelten. Die allwaltende Einheit bedarf desshalbgewisser Bilder oder Spiegel, welche diese erhabene Bestimmungerfüllen. Diese Spiegelbilder müssen von ihr unterschieden, dochaber zugleich aus ihr entsprungen und ihr analog sein. Obgleichunsere Vorstellung von der Zeit sich mit dieser Ordnung derDinge nicht vereinen lässt, wird man doch erkennen, dass jeneBilder, aus dem allgemeinen Grunde des Seins entsprungen, ihremBange gemäss, nur in ihm ihren Anfang haben konnten, obgleichsie von Ewigkeit mit ihm waren. Obwohl von dem Grundwesenverschieden, aus ihm als Product hervorgegangen, mussten siedoch fähig sein, unaufhörlich von dem lebendigen Einfluss ihresUrquell’s befruchtet, das neu erzeugte Leben in dasselbe zurück-zustrahlen. Zugleich müssen diese Spiegel aber als Spiegelbilderdes höchsten Grundwesens wieder ihrerseits Spiegel haben, vondenen ihnen die Wunder ihrer besonderen erschaffenen Leiberzurückstrahlen, eben so wie das Grundwesen seine eigene wunder-bare Natur in ihnen anschaut. Das erste Spiegelbild des Grund-wesens ist der Mensch, und der Spiegel des Menschen, in welchemdieser sich beschaut und sich manifestirt, ist die Natur.
Jetzt noch sind wir in einem Zustande, der uns unsere alteverlorene Grösse im Widerschein zeigt; noch jetzt dringen Strahlendes göttichen Wesens in das verborgene Innere des Menschenund durchbrechen das Dunkel desselben. Denn in der Seeleerkennen wir die Haupteigenschaften des göttlichen Wesens; sielehrt uns durch unmittelbares Gefühl, dass ausser und über unsein lebendiges Wesen sei, dessen Haupteigenschaften Liebe und