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Dünn mit, wie das Hegelsche Denken sich bewegt. Wenn nachHegel die Logik die reine Wissenschaft, das reine Wissen inseinem Umfange und in seiner Ausbreitung, das Reich der reinenVernunft, des reinen Gedankens, der Wahrheit selbst, wie sieohne Hülle an und für s.ich selbst ist, die Darstellung Gottes,wie er in seinem ewigen Wesen vor der Erschaffung der Naturund des endlichen Geistes ist*), sein soll, so zeigt die ganzeAusführung dieser Logik, dass alle ihre Bestimmungen und Ka-tegorien nicht bloss nur von der Welt gelten, sondern auch offen-bar von der Welt nur abgezogen sind. Die Logik Hegels istdaher nur der Inbegriff der Weltkategorien in ihrer Absonderungvom Concreten gedacht und Hegels Gott ist nichts weiter als dieIdee der Welt, der Inbegriff der Möglichkeiten der Weltwesenund der Inbegriff dieser Möglichkeiten ist sogar (nach ihm) dieabsolute Wirklichkeit selbst. Denn ausdrücklich und nachdrück-lich prägt es Hegel ein, dass die logischen Bestimmungen selberdas Concrete als logische seien **); die Formen des Begriffsseien der lebendige Geist des Wirklichen, von dem Wirklichensei wahr nur, was kraft dieser Formen, durch sie und in ihnenwahr sei ***). Die Verwirklichung der Idee durch die Ent-äusserung in das Anderssein der Natur und die Rückkehr durchden endlichen Geist in sich hat daher nach Hegel gar nicht dieBedeutung, als ob der Begriff hiedurch reicher würde und als ober je einen andern Inhalt als sich selbst haben oder erhaltensolle, sondern als die absolute Form ist der Begriff alle Be-stimmtheit , wie sie in ihrer Wahrheit ist. Gerade die ewigeForm ist der wahre Inhalt, gerade das Abstracte ist das schlecht-hin Concrete f). Der Begriff begreift nur sich selbst auch inseinem Anderssein in Natur und Geist, und nichts Anderes ff).Was die Dinge sind, sind sie nur vermöge ihres Begriffs undausser dem Begriff sind sie nichts. Der Begriff bedarf daher
*) Hegels Werke HI, 35, 36.
**) Hegels Werke V, 27.
***) Hegels Werke VI, 319.
+) Hegels Werke VI, 324.ff) Hegels Werke V, 26, 353,