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auch nicht der Ergänzung durch die Vorstellung und Anschauung.Das Concrete der Erfahrung ist nur Vorstellung, aus welchersich das Bewusstsein durch Negation zur wahren Concretion desBegriffs zu befreien hat.
Die Logik ist also für sich selbst die Wahrheit und alleWahrheit * **) ). Es ist klar, dass sich auf diese Weise die Ideen:Gott, Seele, Welt in bloss logische Bestimmungen auflösen, wiedenn Hegel selbst sagt, dass die objective Logik, indem sie an dieStelle der vormaligen Metaphysik trete, nicht bloss der Ontologie,sondern auch der übrigen Metaphysik (der Lehre von Gott, Seeleund Welt), die Ideen: Gott, Seele, Welt nicht als concrete Exis-tenzen , sondern als zunächst aus der Vorstellung genommeneSubstrate und zwar frei von diesen Substraten und ihre Naturan und für sich selbst betrachte
So gestaltete sich Hegels System zum logischen Idealismusoder Panlogismus ***). Der Formalismus der Kantischen Logikwurde auf diese Weise nicht überwunden und widerlegt, sondernsogar absolut gemacht. Kant liess doch noch die Wirklichkeitder Dinge ausser seinem Formalismus bestehen, wenigstens in-sofern er Dinge an sich und deren Erscheinungen anerkannte.Hegel aber erklärt nun die Form selbst für den Inhalt und dieSache, so dass es einen von der Form verschiedenen Inhalt garnicht gibt, ausser in der leeren Vorstellung. Alle Realität wirdin die Form verschlungen und der ganze Trost für die Hinopferung
*) Hegels Werke III, 16, V, 19, 20, 22, 23, 25.
**) Hegels Werke III, 14, 37, 55.
***) Vergleiche die kritischen Schriften: von Sigwart, J. H. Fichte,Sengler, Ulrici, Chalybäus, Braniss, Staudenmaier und Anderen, ganz be-sonders aber die geistvolle und scharfsinnige Kritik C. Ph. Fischers inseiner Metaphysik (Stuttgart, Schweizerbart, 1834) S. 11—90. und Specul.Charakteristik und Kritik des Hegel’schen Systems Ac. Erlangen, Heyder,1845. S. 188—322. Vergl. auch dessen Grundzüge des Systems der Phi-losophie oder Encyclopüdie der philosophischen Wissenschaften. Erlangen,Palm, 1848. I, 44—48. und Krause’s Vorlesungen über die Grundwahr-heiten der Wissenschaft zugleich in ihrer Beziehung zu dem Leben. Nebsteiner kurzen Darstellung und Würdigung der bisherigen Systeme derPhilosophie, vornehmlich der neuesten Ac. Göttingen, Dieterich, 1829,S. 411—471.