LIV
der wirklichen Dinge soll darin bestehen, dass es nun einmaletwas anderes Ewiges, Unvergängliches und Unzerstörliches nichtgebe als eben die absolute Form der Dinge, der absolute Begriffals Inbegriff aller denkbaren Formen nicht der Dinge, denn esgibt keine Dinge, sondern der Erscheinungen, dessen, was wirals Dinge wahrzunehmen wähnen #).
Wie Hegel zu diesem Standpuncte kam, ist nicht schwereinzusehen, wenn man Folgendes in Erwägung zieht.
Hegel sah nämlich ein, dass es ein ganz unphilosophischesVerfahren war, wenn man (nach der Eintheilung der Philosophiein theoretische und in praktische) die theoretische Philosophie indie Logik als die Lehre vom Denken und in die Metaphysik alsdie Lehre vom Sein eintheilte, und nun von der Metaphysik ver-langte, dass sie nicht etwa nur das Wesen der endlichen Dinge,sondern auch und vorzüglich des unendlichen Seins zV Erkennt-niss bringe, nicht aber von der Logik forderte, dass sie sich inund aus dem absoluten Denken begründe. Die Meinung, dasses die Logik bloss mit dem Denken des endlichen Geistes zuthun haben könne, und dass die Logik keiner Begründung ausdem absoluten Denken bedürfe, fand Hegel fast in allen Dar-stellungen der Logik seiner Zeit vor. Indem Kant die allgemeine(formelle) Logik als apriorische Wissenschaft zur Voraussetzungaller sonstigen Wissenschaft, der Metaphysik wie der Erfahrungs-wissenschaften, machte, zeigte er sich durch und durch von demgerügten Irrthum beherrscht. Besonders klar hat sich Bachmannausgesprochen, der hier angeführt werden soll, obgleich seineLogik erst gegen das Ende der irdischen Laufbahn Hegels er-schien (1828). Bachmann spricht hier nur die Ansicht des
*) Auch wir selbst sind im Grunde genommen nicht, nur der Begriffvon uns ist (H. W. V, 14.), er war, ehe wir waren (erschienen) und wirdsein, wenn wir nicht mehr sind. Doch hier verwickelt sich Hegel inneue Widersprüche, die wir an diesem Orte nicht weiter verfolgen wollen.Deutlich dürfte es nun aber sein, was es für eine Bedeutung hat, wennHegel sagt: «Das System der Logik ist das Reich der Schatten, die Weltder einfachen Wesenheiten, von aller sinnlichen Concretion befreit“ &c.Hegels Werke III, 47.