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1 (1851) Franz von Baader's gesammelte Schriften zur philosophischen Erkenntniswissenschaft als speculative Logik / herausgegeben von Franz Hoffmann ...
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ist, dass der Mensch ursprünglich in die schon vorhandene zeit-liche Kegion gesendet worden, und nur in zeitlicher Evolutionzur Vollendung reifen konnte. Vollendet war daher ursprünglichdas Erkenntnisvermögen insofern nicht, als seine unmittelbareAnschauung noch nicht vermittelt war, aber integer, unverfinstertund mit der Macht der Vermittelung ausgestattet war dasselbe.Ohne den Fall würde die fortschreitende Erfüllung und Vermit-telung des Erkenntnisvermögens verhältnismässig mühelos, wenngleich nicht thätigkeitslos, fortwachsend statt gefunden haben, durchden Fall aber verlor der Mensch die Integrität seines Erkenntnis-vermögens und erzeugte sieh einen Widerstand gegen sein Er-kenntnissbestreben, das nun erst durch gesteigert arbeit- und mühe-volle Tbätigkeit wieder aufzuheben ist, wenn er in der Erkenntnisfortschreiten will, lileihend aber kann das dermalige Verhältnisdes intelligenten Menschen zu dem zu erkennenden Sein derDinge darum nicht sein, weil die Zeit selbst nicht bleiben kannund sich in die Ewigkeit aufheben muss.

Hegel erkannte die Nothwendigkeit der Begründung derFormen des endlichen Denkens und Erkennens in und aus demabsoluten Denken *), aber der absolute Grund wurde unter seinenHänden zum Abgrund, in welchem das endliche Denken unter-ging , so wie andererseits das unendliche wieder im endlichenDenken unterging. Es ist das unsterbliche Verdienst Hegels, derIdee der theosophischen Logik wieder allgemeinere Aufmerksam-keit zugewendet zu haben, aber anstatt sie von der anthroposo-phischen Logik zu unterscheiden, confundirt.e er beide, so wie erGott in den Geistern und die Geister wieder in Gott untergehenliess.

Baader war allerdings mit Fichte, Schelling und Hegel ein-verstanden , dass die Logik, um philosophische Wissenschaft zu

*) Hegel drückt dies unter andern auch so aus, dass er sagt: «DerDegriff ist nur Gegenstand, Product und Inhalt des Denkens, und die anund für sich seiende Sache, der Logos, die Vernunft dessen, was ist, dieWahrheit dessen, was den Namen der Dinge führt; am wenigsten ist esder Logos, was ausserhalb der logischen Wissenschaft gelassen werdensoll. Werke 111 , 21.