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1 (1851) Franz von Baader's gesammelte Schriften zur philosophischen Erkenntniswissenschaft als speculative Logik / herausgegeben von Franz Hoffmann ...
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hilft \ Die Krankheit (das Deficit) ist einmal da und gewiss,und was beweisen alle Quacksalber und Betrüger (Pfaffen undSuperstition) anders, als dass sie gewiss ist? Was aber be-weisen sie Alle gegen Arzt und Arznei und Arzneikunde?

So lange nun also diese Herren uns über Theorie und Praxisunserer Willcnsreformirung nichts Probateres zu geben vermögen,als was wir in altern Schriften und Ucberlieferungcn *) bereitsbesitzen, so lange würden sie besser thun, nach andern Geschäftensich umzusehen, und ehrliche Leute in ihrem Geschäfte mit blin-dem Lärm nicht unnütz zu stören. m

*) Es ist um so mehr 1diclit des Philosophen, sich über diese Üeber-licferungen keinen Leichtsinn, kein Vornrtheil und keine Nachlässigkeitzu erlauben, je mehr sich seit der lolitisirung des Christianismus, derdurchdringende und incoercible, weder einer geistlichen noch einer welt-lichen Macht ergreifbare oder erfassbare Geist desselben längst aus allenpolitischsanctionirten Lchrineinungen, Seelen etc. verloren hat, und gleich-sam dieser Formen spottend hie und da, d. h. ühorall im Incognito seinstilles, kräftiges Wesen fori treibt. Ich meines Thcils sah von jeher diochristlichen Pebcrlicfernngcn und einige andere, mit ihnen verwandte,als schätzbare liruehstücke einer uralten Experimentalphilosophie an, diewir als solche durch eignes Experiment nicht nur prüfen, sondern deninnern, hier angedeuteten forlgehenden, grossen Lebens- und Naturprozess,so viel an uns ist, auch fördern sollen. Aus diesem Gesichtspunkte seheich die dermalige, mit der französischen Revolution begonnene, völligeWiedertrennung der christlichen Religion von den politischen Verfassungen,deren monströse Coalition mit Constanlins Zeiten recht eigentlich anfing,für ein Bedürfnis der Religion selbst an. So wie mich im Gcgenthcil jedesBeginnen anekelt, das hier Untergegangcne und Gestorbene wiederins Leben rufen zu wollen, und z. B. selbst in katholischen Ländern, woohnehin die Toleranz schon lange in Indiffcrcnlismus gegen alle Religionausgeartet ist, die alte Fehde zwischen Katholicismus und Protestantismuswo möglich wieder anfachen zu wollen, indem man hiezu etwa den Letz-teren als den Heiland, wie den Propheten Samuel im Schlafrock, wiederns Leben rufen möchte. Anmerk. v. J. 1801),

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