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1 (1851) Franz von Baader's gesammelte Schriften zur philosophischen Erkenntniswissenschaft als speculative Logik / herausgegeben von Franz Hoffmann ...
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Trennung der Geschlechter im Thiere entspricht übrigens jenevon Himmel und Erde, von welchen beiden die Apokalypse sagt,dass sie erneuert und durch die Vermittlung der Stadt (des Reichs)Gottes in bleibende und harmonische Verbindung gebracht werdensollen, so dass also in der vollendeten (integrirten) Schöpfungnicht zwei, sondern drei Rocalitäten sich befinden werden, ent-sprechend, wie Menge bemerkt, den drei Regionen im Menschen * *),welche indess dermalen gleichfalls nur als zwei erscheinen, weilnicht, wie es sollte, das Ilerzleben das Kopfleben und Bauchlebenhat, sondern abwechselnd von beiden gehabt wird. Man würdedarum sich täuschen, falls man sich die Schöpfung im Anfänge dua-listisch (als Himmel und Erde) vorstellen wollte, und nicht cr-kennete, dass ja der Mensch bereits als dritte, jene beiden Re-gionen vermitteln sollende, Region auftritt, obgleich derselbe indiesem seinem Berufe nicht bestand. Wenn man darum in derguten magnetischen Ekstase, oder in andern, weniger zweideutigen,Zuständen des menschlichen Lebens, wie solche die religiöse oderkirchliche Tradition uns bekannt macht, von einem überwiegendenllervortreten des Gefühllebens spricht, so muss man nicht mit densich so nennenden Telluristen **) hiebei ein Herabfallen des Kopf-

ist. Uebrigens muss ich bei dieser Gelegenheit jenen noch ziemlich all-gemein herrschenden Irrthuni in Bezug auf die Kategorie der Höhe undTiefe rügen, welcher die Höhe zu hoch, nämlich über die Mitte setzt,und nicht bedenkt, dass die Höhe nur in Bezug auf ihre Tiefe, diese nurin Bezug auf jene, Bedeutung haben, und dass beide in der Milte Einssind.Deus, sagt darum ein alter Schriftsteller, est sphaera, cujus cen-trum ubique, peripheria nusquam, nämlich bezüglich auf das Geschöpf.Vergl. J. Menge. S. 25, 95, 130. %

*1 J. Menge, S. 637.

**) Ich habe bereits anderswo bemerkt, dass man statt des zweideu-tigen Ausdruckes: Tellurismus lieber jenes von Ritter gebrauchten einesSideiismus sich bedienen sollte, weil doch das Nachtleben das Gc-stirnleben ist, welches hervorlritt, so wie die centralisirende Sonnenmachtzurücktritt, als gleichsam der Polytheismus gegen den Monotheismus. DemWorte Gefühl (Sentiment) gebe ich übrigens hier seine wahre und höchsteBedeutung, als Geist und Natur vereinend, entgegen jener Behauptung,welche den Begriff als gefühllos, das Gefühl als begrifflos aufstellt. Vergl.System des Tellurismus oder Thierischcn Magnetismus von Kieser (2 Bde.Neue Ausg. 182, S. I, 31. und: Der Siderismus von J. VV. Ritter (Tiib. 1808)-