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1 (1851) Franz von Baader's gesammelte Schriften zur philosophischen Erkenntniswissenschaft als speculative Logik / herausgegeben von Franz Hoffmann ...
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somit gleichsam durch eine Mesalliance möglich ist, und ich be-gnüge mich hier, zu bemerken, dass die Suspension der normalenEingeburt zwar eine Suspension der Verbindung der zeugendenPotenzen aussagt, aber dieses Voneinandergehaltenbleiben der Letz-teren eine gleiche Hemmung der negativen Vermittelung und dieserihrer Fructification bewirkt, so dass also hier (in der Zeit) einedoppelte Durchkreuzung als ein doppeltesdivide et imperastatt findet. Hievon gibt uns nun sowohl die Scheidung oderSpaltung der Geschlechtspotenzen im Thiere (folglich auch in demdem Thicrleben leiblich verfallenen Menschen) ein lehrreiches Bei-spiel, als jene Iiiemit in Verbindung stehende Spaltung des Ge-hirn- und Kopflebens vom Herzleben sowohl, als vom basischen(Erd- oder Bauch-) Leben *). Durch diese Trennung und Isoli-rung wird nämlich, um mit J. Menge zu sprechen, die Ver-mälung der Wärme und des Lichtes, d. h. der Wärme und Lichtzeugenden Potenzen, der die Fülle und der die Hülle (Gestalt)gebenden Liebe zwar gehemmt (welche Hemmung das Leidenund das Eitle der Zeit macht), indem das Licht an die Kälte inder Höhe, die Hitze in der Finsterniss in der Tiefe gebundenbleiben, zugleich werden aber doch diese beiden, das Finster- undKälte-Streben, in ihrer Abnormität bekämpft und erschöpft, sodass die Wiedervermälung von Wärme und Licht nur der Sieges-lohn und die Siegesbeute jenes Kampfes sein kann **), Dieser

*) Schubert stellt (in seiner Schrift: Die Symbolik des Traums,Neue Auflage 1837, S. 135 138.) mit Recht unsere abstracte Sprachehiemit in Verbindung.

**) Die sich von der Tiefe abkehrendc Hobe ist hochfahrend und über-müthig, wie die sich von der Höhe abkehrende Tiefe niederträchtig ist..lene ist das Licht, welches der Wärme, diese die Wärme, welche desLichtes ermangelt. Jene sucht oder strebt der Mitte zu entfliegen, dieseihr zu entsinken, und so wie beide diese abnormen Strebungen mit derMitte, so sind sie unter sich im Widerstreit, und nichts kann unvernünftigersein, als diese beiden abnormen Strebungen in dieser ihrer Abnormitätprimitiv und constitutiv zu nehmen, was doch von unseren Physikern undPsychologen geschieht, welche sich die Köpfe zerbrechen, um mit diesenabnormen und dcstructiven zweien Strebungen, die sic für die zwei (irund-kväf'te nehmen, eine Welt zu bauen, ohne zu bedenken, dass sie in Be-"treff derselben eigentlich nur zwei Fragen zu beantworten hätten, näm-lich 1) w ie diese Abnormität entstund und 2) wie sie wieder zu beben