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1 (1851) Franz von Baader's gesammelte Schriften zur philosophischen Erkenntniswissenschaft als speculative Logik / herausgegeben von Franz Hoffmann ...
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befreiend, ihm Diesen wieder leicht, und wieder Lust und Liebezu Ihm macht; hieinit aber zugleich, den Menschen von seinerSichselbstscliwere, Mensehenschwere, so wie Crcatur- und Welt-schwere befreiend, ihm die rechte Lust und Liebe zu sich und derWelt wieder gibt, weil sie ihm Kraft gibt, sich und die Welt zuertragen. *)

Da mihi punctum et coelum terranique sustinebo.

*) In den letzten Blättern begegnen wir bereits jener hehre von derEinzigkeit der Erde und des Menschengeschlechts, welche, von Schellingund Ilegel wie deren Anhängern und Freunden in ihrer Weise getheilt,docTi bei Baader zum Theil auf anderen Gründen beruhte. Bei Ilegel wares doch wohl nicht die Christlichkeit dieser Weltanschauung, welche sicihm annehmlich machte, es war vielmehr der zur Selbstvergötterung treibendeIdealismus, der die ganze Unendlichkeit des göttlichen Geistes in der Ein-heit und Einzigkeit des Menschengeschlechtes sich verwirklichen liess, dasolche Verwirklichung doch unmöglich als im eigenen menschlichen Ichdes Philosophirendcn für sich sich vollziehend gelehrt werden konnte, ob-gleich der sich als Vernunft von allem Sein bewusst werdende und be-greifende Philosoph doch den Gipfelpunkt des gesammten Gottes Geist ver-wirklichenden (in diesem Sinne also gottmenschlichen) Processes darstellt.Mit dem früheren Pantheismus Schöllings, wenigstens in der Periode, woder Spinozismus am meisten Einfluss auf ihn übte, war wohl die Annahmeder Einzigkeit der Erde und des Menschengeschlechts nicht vereinbar, ob-gleich sein noch früherer Fichiescher Standpunct jene Lehre wenigstensin der Weise Hegels nicht ausschloss. Erst der durch Einwirkung Baaders,Böhmes und Oetingers mit herbeigeführte Umschwung der PhilosophieSchellings zum Theismus konnte wohl diesem Philosophen jene Lehre nahebringen. Wie denn auch meines Erinnerns in den vor dem J. 1809 er-schienenen Schriften Schellings sich keine Spur von dieser Lehre findet,und meines Wissens überhaupt erst in dem Sendschreiben an Escheumayerin der Allg. Zeitschrift v. Schelling (1812, I, 1, 79 129) zuerst ausdrück-lich davon die Bede ist. Dort aber tritt diese Lehre jedenfalls als mitdem christlichen Theismus und namentlich mit der Lehre von der Mensch-werdung Gottes unauflöslich verbunden hervor. Schelling bezeichnet hierdie Erde als den llauptschauplatz der Offenbarungen Gottes (also keines-wegs den alleinigen] S. 123, die Annahme, wonach die höheren Sterneals die Schauplätze unserer künftigen Metamorphosen zu betrachten wären,nennt er romanenhaft (S. 164) und der Umstand, dass die Erde in derunermesslichen Zahl der Sterne nur als ein Püuctchcn schwimme, ist ihmkein Grund dagegen, dass der Mensch in der allgemeinen Leiter auch dervernünftigen Wesen eine sehr hohe Stufe entnehme, da Gott seine Gabennicht nach Grösse und Höhe auszutheilen pflege und nach einem Grund-gesetze seiner Haushaltung vielmehr das Geringe und Niedrige vorziehc. II.