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Der Kaiser Ferdinand und der Herzog von Friedland während des Winters 1633-1634 : nach handschriftlichen Quellen des Königlich-Sächsischen Haupt-Staat-Archivs und mit kritischer Berücksichtigung der gedruckten Berichte dargestellt / von Karl Gustav Helbig
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VII
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Patente, die nach den von mir vorgefundenen Original-drucken zum ersten Male ganz genau abgedruckt sind.Was in der Darstellung nothwendig naher zu begründenund zu erläutern war, findet sich in den der Abhand-lung am Schlüsse beigefügten Anmerkungen, in denenich auch manchen Nachweis für die gegeben habe, welchesich auf den folgenden Blättern die geschichtliche Grund-lage der Schillerschen Dichtüng übersichtlich veranschau-lichen wollen.

So ist denn der vor dem Richterstuhle der Welt-geschichte schon so lange Zeit geführte Proceß über denHerzog von Friedland der Entscheidung wieder nähergerückt, die erst dann definitiv eintreten kann, wenndie angeblichen früheren verrätherischen VerbindungenWallensteins mit dem König von Schweden urkundlicherwiesen sein werden. Darüber werden wohl des Pro-fessor Dudick Mittheilungen aus den schwedischen Ar-chiven Aufschluß geben. Jedoch ohne alle Rücksichtdarauf steht nun schon fest, daß er nicht erst nach sei-ner Absetzung zum Abfall gedrängt worden ist, son-dern denselben seit dem December 1633 vorbereitetund betrieben hat. Es dürfte demnach der Herzog,wie er in der Geschichte erscheint, nur noch eine wohl-wollende Theilnahme derer in Anspruch nehmen, diein kirchlicher oder politischer Befangenheit wähnen, daßWallenstein als siegreicher Rebell nach der Schwächungoder Vernichtung der Habsburgischen Macht die reli-giöse und politische Freiheit des deutschen Volks ge-sichert haben würde. Diese aber war dem selbstsüchti-gen Feldherrn, wie aus seinem ganzen Leben und