mußte er nach diesen Verhandlungen noch schmerzlicherfühlen. Der widerspenstige Geist des Heeres aber, dener aus dem Gutachten der Obersten erkennen konnte, mußteihm große Sorge machen. Denn diese hatten auf die Un-zufriedenheit der Soldaten hingedeutet, von denen eineMeuterei zu furchten wäre, wenn sie von den Questen-bergischen Forderungen hören würden.
Wer wird es dem Kaiser verdenken, daß er diesesVerhältniß zu verändern und wieder seines Generals undseiner Truppen Herr zu werden suchte? Wohl dachte eran das, was er seinem Feldherrn verdankte. Aber derUnmuth über das zweideutige und trotzige Benehmen dessel-ben mußte diese Erinnerung allmälig zurückdrängen. Dazuwar Ferdinand aber auch dem Kurfürsten Mar Dank undden spanischen Bundesgenossen Rücksichten schuldig, was venHerzog in seinem Haß gegen Baiern und Spanien nichtbekümmerte. An beiden Höfen war der Friedländcr seitlängerer Zeit schlecht angeschrieben, weil er, abgesehen vonseiner die Reichsfürsten verletzenden anmaßlichen Willkühr,die man sich in der Zeit der Noth hatte gefallen lassenmüssen, kein zuverlässiger „katholischer" Feldherr war, wiees z. B. Tilly gewesen. Aus diesem Grunde hatten sichauch viele eifrige Katholiken in Oestreich an die bairischenund spanischen Feinde des Herzogs angeschlossen: dies wardie sogenannte bairisch-spanische Partei, die demselben schonlange Zeit grollte und seine Entfernung vom Heereim Interesse der katholischen Kirche wünschte. In diesemSinne beklagte sich gegen Ende Decembers der bairischeGesandte in Wien Richel offen beim Kaiser und bat imNamen seines Herrn um Entfernung des Herzogs vomKommando. Der spanische Gesandte und mehrere einfluß-reiche Personen am Hofe unterstützten das Anbringen desGesandten. Der Kaiser, der einen solchen entscheidendenSchritt sofort weder thun tvollte noch konnte, suchte dieAnkläger zu beruhigen, „er werde noch zu rechter Zeit