Buch 
Der Kaiser Ferdinand und der Herzog von Friedland während des Winters 1633-1634 : nach handschriftlichen Quellen des Königlich-Sächsischen Haupt-Staat-Archivs und mit kritischer Berücksichtigung der gedruckten Berichte dargestellt / von Karl Gustav Helbig
Entstehung
Seite
20
JPEG-Download
 

20

Dresden abgefertigt hatte, welche ganz andere Absichtenverriethen. Was kannte aber diese Ergebenhcitöschrift beider mildesten Auslegung anderes andeuten als eine Ver-sicherung, beim Feldherrn zu bleiben, wenn er abgesetztwürde, d. h. sich in diesem Falle mit ihm dem Kaiserzu widersetzen. Uebrigens ist es bemerkenswerth, daßFranz Albert schon in Schlackenwalde eine Abschrift deSPilfener Schlusses" erhielt: ein Beweis, welchen Werthdie Anhänger Wallensteins darauf legten und welchen Ge-brauch sie davon machten, um ihre Verbindung zu stärken.Der Kaiser erhielt von diesem Vorfalle durch den Herzognicht die geringste Nachricht.

Den 18. (8.) Januar war Franz Albert nach Pilsen gekommen. Wallenstein berief sich ausdrücklichauf das, was der Oberst Schlieff in Dresden berichtet habe, versicherte,daß er zum Frie-den thuen wolle, der Kaiser möge wollen odernicht" und verlangte die schleunige Absendung desGeneralleutnants Arnim nach Pilsen . Da er diese Ver-handlungen scheinbar mit kaiserlicher Genehmigung führenmußte, so benachrichtigte er den Kaiser durch Trautmanns-dorff den 20. (10.) Januar von des Herzogs Franz AlbertAnkunft und bat, den kaiserlichen Rath vr. Gebhardnach Pilsen zu schicken. Franz Albert berichtete den 27.(17.) Januar in Dresden dem Kurfürsten, den geheimenRäthen Miltitz und Timäus und Arnim mündlich vondem Erfolge seiner Sendung, und auf Arnims Betriebwurden folgende Beschlüsse gefaßt. Der Herzog FranzJulius sollte definitiv beschieden werden, daß man dieFriedensunterhandlungen mit dem Herzog von. Friedlandführen wolle. Der sächsische Hof solle sich mit dem bran-denburgischen Hofe über bestimmte FriedenSpräliininarieneinigen, von denen nicht abgegangen werden dürfe. Arnimsolle deshalb zum Kurfürsten von Brandenburg gehen unddann zum Herzog nach Pilsen reisen. Dieß solle Franz