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Der Kaiser Ferdinand und der Herzog von Friedland während des Winters 1633-1634 : nach handschriftlichen Quellen des Königlich-Sächsischen Haupt-Staat-Archivs und mit kritischer Berücksichtigung der gedruckten Berichte dargestellt / von Karl Gustav Helbig
Entstehung
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21
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Albert dem Herzog melden und bis Arnims Ankunft inPilsen bleiben. Der König von Dänemark , der wiederseine Intervention angeboten, solle mit der Aussicht auf eineschnellere Ausgleichung durch die eingeleiteten direkten Unter-handlungen mit dem Herzoge beruhigt werden. DesReichskanzlers Orenstierna Einladung zum FrankfurterConvent wollte man entschieden ablehnen. Arnim sel-ber erklärte, daß er nur der gute» Sache wegen dieseAufträge übernehme, die ihn jedenfalls wieder in Ver-dacht bringen würden und erbat sich für die Unter-handlungen mit Wallenftein eine klare und bestimmte Jn-struction.

Untcrdeß war der Kaiser fortwährend gedrängt worden,gegen den Herzog aufzutreten. Aber erst nachdem er vomHerzog von Savoyen Nachrichten von Kinsky's Unterhand-lungen mit Frankreich und durch Piccolomini und Nichelvon der Pilsener Verbindung erhallen hatte, entschloß er sichnach geheimer Berathung mit Eggenberg , der früher langeZeit dem Herzoge das Wort geredet hatte, mit Trautmanns-dorff und sechs andern vertrauten Personen zu einem ent-scheidenden Schritt, von dem jedoch selbst der bairische Ge-sandte nichts Genaues erfuhr. Er ließ nämlich ein den24sten Januar abgefaßtes Patent drucken folgenden Inhalts:

,,WJr*) Ferdinand der Ander von GOttes Gnaden, Er-wöhlter Römischer Kayser, zu allen Zeiten, Mehrer deßReichs, in Germanien , zu Hungarn, Bbheimb, Dalmatien ,Croatien, Schlawonien, rc. König, rc. Ertzhertzog zu Öster­ reich , Hertzog zu Burgund , Stcyer, Körndten, Crain, vndWürttenberg, rc. Graue zu Tyroll rc. Entbietten N. vndN. allen Vnseren General Leutenambten, General Veldtmar-schalchen vnd Andern General BeuelchShabern, wie auchallen Obristen, Lbristen Leuttenambten, Obristen Wachtmai-

Wörtlich abgedruckt nach einem i. K. S. Archive befindlichenOriginale. Auch des Kaisers Unterschrift u. G. 8. ist darauf abgedruckt.