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hatte und der Kaiser ließ dieselben den Angehörigen zurBeerdigung übergeben. — Gewiß fyatte der Kaiser einenso blutigen Ausgang nicht gewünscht. Sollte er nun,noch keineswegs der Treue des Heeres sicher, die Mörderdes Herzogs zur Verantwortung ziehn und seine treuestenDiener von sich stoßen? Mußten sie nicht auf die in bei-den Patenten gegen den Herzog ausgesprochene Anklageund auf die Verantwortlichkeit hinweisen, in der sie alstreue Diener des Kaisers sich in Eger dem Verrathcrgegenüber befanden? So blieb dem Kaiser nichts übrigals die Ermordung des Herzogs gut zu heißen und diemit der Blutthat ihm bewiesene Hingebung zu belohnen^').
Der Generalleutnant Arnim war den 1. März (19. Fe-bruar) noch in Chemnitz auf der Reise zum Herzog underfuhr den 2. März (20. Februar) in Zwickau den Toddesselben, worüber er dem Kurfürsten sofort Berichtabstattete^). Der Herzog Bernhard wußte aber noch nichtsund schrieb unter demselben Datum an Arnim und anden Kurfürsten von Sachsen aus Weiden ziemlich gleich-lautende Briefe: „Es werde Ihnen genugsamb zu ohrenkommen sein, was für ein ruff nunmehro eine geraumeZeit her von dem Herzogk von Friedlandt vnd dessen be-gehen erschollen". Dem sei wie ihm wolle, der Her-zog sei in Gefahr und demnach wolle er mit einer starkenArmada auf Eger gehen, der Generalleutnant möge miteinigen Regimentern zu ihm stoßen, „damit die guete occasion^? -S>Wnicht aus der Hand gelassen werde." Arnim war auch^Ä-sX'jetzt nach des Herzogs Tode dazu bereitwillig und schrieb"^in diesem Sinne dem Kurfürsten. Der Kurfürst aberverlangte von Arnim zunächst nur Sicherung der Grenzenund die schleunige Rückkehr des Generalleutnants zu wei-terer Besprechung: „Es ist hochnöttich, daß wir beidezusammen kommen vnd mit einander reden. Gott ist all-mechtig, wir müßen aber das unsere auch tuhen", woraufArnim den 7. März (25. Februar) seine baldige Rückreise