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Sofort nach der Ermordung meldete Buttler demGeneralleutnant Gallas, was geschehen war, ließ den Tagdarauf, 26. Februar, die Rathsherren von Pilsen und dieOffiziere benachrichtigen und dieselben dem Kaiser Treueschwören, und theilte dasselbe in einem von ihm und Gordonunterschriebenen Patente den auswärtigen kaiserlichen Offi-zieren mit, daß sie wegen der verrätherischen Tractatendes Herzogs mit Sachsen und Brandenburg als I. kais.Maj. getreue Diener zu den nachdrücklichsten Mitteln hat-ten greifen und die Berräther aus dem Wege räumenmüssen. Diese Hinweisung auf die Unterhandlungen mitSachsen kann nicht auffallen, da nach dem, was früher er-zählt worden, die Anhänger des Herzogs besonders aufFranz Albert und Arnim rechneten und sich offen darüberausgesprochen haben mochten. Daher wurden nach denbeiden sächsischen Generalen Reiter ausgeschickt: Arnimwar noch in Zwickau , als er den Tod des Herzogs erfuhr,Franz Albert wurde auf dem Wege von Rcgensburg nachEger aufgegriffen und den 26. Februar in Eger einge-bracht. An demselben Tage ging Leslie mit einem Berichtedes Deverour und einem Schreiben Buttlers nach Wien ab,worin dieser schrieb, daß er zur Realdemonstrirung seinerDevotion gegen den Kaiser „die v erhoffentl ich so hochnothwendige als S. Kap. Maj. Dienst ersprießliche Ere-cution wider Dero bewußte Machinanten an die Handzu nehmen nicht habe umgehen können", — ein zuver-lässiges Zeugniß, daß er zu dem blutigen Werke wedervom Kaiser noch von irgend einem Generale beauftragtwar. Denn eine Aufforderung des Piccolomini, dem Butt-ler seine Treue hatte versichern lassen, sich des Herzogslebend oder todt zu bemächtigen, war dem Buttler nichtzugekommen. Bald darauf kam Piccolomini selbst nachEger und wollte in seinem brutalen Haffe gegen den Her-zog noch die Leichen der Ermordeten schänden. Dies hin-derte Gallas, der sich auch früher nicht so gehässig gezeigt