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Der Kaiser Ferdinand und der Herzog von Friedland während des Winters 1633-1634 : nach handschriftlichen Quellen des Königlich-Sächsischen Haupt-Staat-Archivs und mit kritischer Berücksichtigung der gedruckten Berichte dargestellt / von Karl Gustav Helbig
Entstehung
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Wallenstein's Horoscop

von

Johann Keppler.

ist hinreichend bekannt, daß der Herzog von Fried-land, wie viele seiner Zeitgenossen, sich eifrig mit derAstrologie beschäftigte. Durch die hoffnungsreichen Mit-theilungen seiner Astrologen wurde er zur entschiedenerenVerfolgung seiner Pläne gegen den Kaiser getrieben unddie aus der Beobachtung der Himmelsaspekten gewonneneZuversicht fesselte ihn an den Grafen Piccolomini, dessenUntreue vorzugsweise sein Verderben herbeiführte.

Auch Johann Keppler sollte den Himmel in diesemSinne für ihn beobachten. Nachdem nämlich Keppler 1627die bekannten Rudolphinschen Tafeln fertig gemacht hatte,wurde er zur Tilgung seiner bedeutenden Forderungen andas kaiserliche Haus dem neuen Herzoge Albrecht von Mecklenburg überlassen, der demselben einstweilen seineStadt Sagan zum Wohnsitz anwies. Doch das gute Ver-nehmen zwischen Beiden scheint nicht lange gedauert zuhaben, weil Keppler seine an den Herzog übergegangenenAnsprüche geltend machte. Unbeachtet beschäftigte er sichhier mit astronomischen Studien, biö die Anklage gegenden Herzog ihn veranlaßte, sein Recht auf dem Reichstagein Regensburg zu suchen, wo er dürftig und bekümmertüber die Zurückweisung seiner Ansprüche 1630 starb*).

*) Wenige Monate vor seinem Tode widmete er noch in Sagan demHerzog den 3. Theil seiner Ephemeriden für die Jahre 16291636.