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Zweiter Band.
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zur möglichsten Vervollkommnung der Sprengarbeit zu verfahrenhat Ich halte es darum der Mühe werth, in einigen Beispielendies zu zeigen.

Es sei a d F. 4. ein bis b mit Pulver gefülltes Loch, wasin AAA überall vom ganzem Gesteine umgeben ist, so mussman sich die Wirkungssphäre des Pulvercylinders b d als eineEllipsoide vorstellen, die sich aber nur zur Hälfte nach ab cdhinaus zu bilden vermag, und falls das Gestein hart und elastischgenug ist*), so kann man sich 2 Richtungen denken, nach welchendes Pulvers Kraft hauptsächlich wirkt, wovon die eine, die demlangem Durchmesser der Ellipsoide entspricht, und folglich diegrössere aufwärts nach der Besetzung zu, die andere kleinerenach dem Ausschrame oder dem Stosse der Strosse B wirkt.Caeteris paribus wird also dasselbe Quantum Pulverkraft um sogrossem Effect zu leisten vermögen, je grösser der Theil seinerWirkungssphäre ist, der jenseits des ganzen Gesteins nach ab cdhinausfällt, und man darf nur die Figur ansehen, um sich davonzu überzeugen, dass die Lage des Bohrlochs a b in dieser Absichtungleich vorteilhafter ist als etwa die a A. Hierauf gründetsich denn auch die bekannte Regel: das Loch oder vielmehr denPulversack stets vom Ganzen weg und schief gegen den Ausbruchoder Schram mit etwas Hube anzulegen, dessgleichen den Pulver-sack nie ins ganze Gestein zu setzen, sondern wenigstens 34 Zollüber des Ausschrams oder Strosses Ende A.

Je gedrückter nun ferner die Ellipsoide (bei stets gleichemInhalte) sein d. i. jemehr sie der Kugel sich nähern würde, um

*) Wenn ich hier und in der Folge eine Continuität des GesteinesAAA voraussetze, so will ich dieses Wort nur in jenem Sinne verstandenwissen, in welchem der Hauer sein Gestein ganz nennt; unmerklichereKlüfte und Spaltungen, so wie jene, die von dem Gefüge des Gesteins(S. Hm. Werners Theorie der Gänge, S. 3.) unzertrennlich sind, wer-den hier nicht als Trennungen angesehen, sie sind indess doch allein da-ran Schuld, dass der, hei weitem beträchtlichste, Theil der Pulverkraft,der sich nach AAA auszubreiten strebt, verloren geht, ob man schon deut-lich auch beim Sprengen bemerkt, dass dieser Verlust um so grösser aus-fällt, je unelastischer (pelziger) das Gestein ist.