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Zweiter Band.
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sicht) zu erwarten steht, ebenso können diese einzelnen Ständeunter sich wieder nur durch positives Einmengen der Regierung(durch Leitung und Ordnung ihres Verkehrs und durch Berech-nung und Insgleichgewichtbringung ihrer Kräfte) zu dem grösstmöglichen Wohlstand kommen, und nur auf diese Weise kann ihrwechselseitiger Commerz oder Gewerbe wahrhaft frei gemacht underhalten werden. Das angerühmte passive Verhalten der Regierungtaugt folglich hier so wenig als dort, und also überall nichts.

Um dieses deutlich einzusehen, erwäge man nur, dass diewahre Freiheit des Commerzes (des Gewerbes) zwischen jenendrei Ständen in nichts anderem als der Gleicheit ihrer relativenAbhängigkeit (ihres Einanderbedürfens in Hinsicht der Consumtion)besteht. Nur dadurch, dass sie im Ganzen einander gleichvielbedürfen, dass also der Preis, den sie wechselseitig sich setzen,nie von dem einen Stande ausschliessend gemacht wird, folglichder Gewinnst, mit ihm die Zunahme des Wohlstandes, sich nichtanders als gleichförmig durch alle drei Stände vertheilt, und daeben nur hiedurch die Einträglichkeit jedes dieser Gewerbe imGanzen gleich erhalten wird, die Anlagecapitalien sowohl als dieKunst gleichfalls frei und gleichförmig durch jene vertheilt sicherhalten können, nur auf diese Weise, sage ich, wird jene Frei-heit und Gleichheit (der Erwerbsfähigkeit) jedem derdrei Ilauptstände des Staates von diesem garantirt, und auch nurauf diese Weise erhalten jene beiden Worte (die wirklich früherscheinen vergessen als verstanden worden zu sein) Sinn undBedeutung. Diese Freiheit kann aber nur der Staat (die Regierung)geben, und er kann diess nur dadurch, dass er damit anhebt,jedem einzelnen Stande die Freiheit (jedem andern zu schaden)zu nehmen. Denn eben hierin besteht ja die Wegräumungjener Hindernisse *), die sich der Einigung des Wohlstandes dieser

*) Ueber diese Hindernisse sowohl, als über die besten Mittel undMaassregeln dagegen, sagt und schlägt Dr. Becher in seinem ganzen Bucheviel Wahres und Gutes vor, und seine Vorschläge sind zum Theii nochjetzt so neu, dass inan beinahe vergisst, dass diese Vorschläge hier inMünchen bereits vor anderthalbhundert Jahren gemacht sind. Bechergibt vorzüglich drei dieser Hindernisse an, worüber er sich mit diesen