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Zweiter Band.
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gegen bis dahin (a dey after doomsday) alle diese Nationen,und wären sie auch nur so viele Provinzen eines und desselbentausendjährigen politischen Reiches, wäre folglich von ihrer Kraftgegen oder wider einander gar nicht mehr die Rede, dennoch desleidigen Handelszwanges (als einer Erziehungsanstalt) in ihremVerkehr unter sich nicht ganz entbehren könnten.

Baader stund also ganz auf dem Standpuncte des nationalenSystems der politischen Oekonomie, welches späterhin FriedrichList mit so genialer Begabung umfassend begründete und mit sosegensreichem Erfolge (nur leider nicht für ihn selbst!) in Deutsch-land zur Geltung zu bringen suchte, was auch noch nach derBegründung des preussisclien Zollvereins weiter zu erstreben seinmochte. Man vergleiche nur folgende Behauptungen Lists mitden Aussprüchen Baaders, um sich von der nahen Verwandtschaft,wenn nicht (was die Hauptsache betrifft) der Identität der Stand-pnncte beider zu überzeugen. In seinem nationalen System derpolitischen Oekonomie sagt List unter Anderem:Man hat dasPrincip der industriellen Erziehung der Nation noch nicht alsGrundprincip der Handelsunion anerkannt; man trägt keinBedenken, Industrien, die in Folge vieljährigen Schutzes so empor-gebracht worden sind, dass die innere Concurrenz bereits diePreise tief herabgedrückt hat, der fremden Concurrenz zu opfernund damit den Unternehmungsgeist der Deutschen an der Wurzelzu gefährden, weil jede in Folge von Schutzverminderungen oderüberhaupt durch Regierungsmaassregeln ruinirte Fabrik wie einaufgehängter Cadaver wirkt, der alle lebendigen Wesen ähnlicher

Art weit und breit verscheucht.Erhaltung, Ausbildung

und Vervollkommnung der Nationalität ist zur Zeit ein Haupt-gegenstand des Strebens der Nation und muss es sein. Es istdiess kein falsches und egoistisches, sondern ein vernünftiges, mitdem wahren Interesse der gesammten Menschheit vollkommen im