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Zweiter Band.
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damals existirte nicht der zehnte Theil desjenigen Verkaufshandelsauf diese Staaten, der jetzt bei allem Handelszwange statt hat.Soweit Büsch.

Selbst die Gegner der unbedingten, vollkommenen Handels-freiheit hatten bisher den Vertheidigern derselben (den cidevantPhysiokraten) doch für den (freilich unmöglichen) Fall, dass dieFreiheit allgemein (von allen Staaten, besonders den mächtigeren)angenommen, und alle Nationen und Völker nur din Schafstallunter dinem oder gar keinem Hirten wären oder würden, denNutzen und Vortheil derselben zugestanden. Aber es zeigt sich,aus der hier von Büsch gegebenen Ansicht, dass selbst dieserVortheil nur dann statt fände, wenn alle Nationen auch bereitsauf der (jede auf dem Fleck Erde, den sie bewohnt) möglichgrössten Stufe der Cultur (in Production und Fabrication), alsoauch der möglich grössten Bevölkerung sich befänden, dass hin-

bin ich völlig überzeugt. Die neuesten Ereignisse unserer Zeit, und diebedenklichen Handelsverhällnisse, in welche Deutschland gegen Englandsowohl als nun neuerdings auch gegen Frankreich zu stehen kam (siehehierüber z. B. das in Gera 1801 gedruckte Memorial an Seine Ohurfürstl.Durchlaucht von Sachsen in Betreff des dem Verderben nahen Manufactur-wesens), würden diesen Gegenstand zu einer der wichtigsten Reichs-angelegenheiten machen, falls nur nicht der Umstand, dass der Schaden,den der eine Staat im Welthandel nimmt, von dem rivalen Nachbarstaatals Kriegswaffe gegen jenen natürlich jedesmal genützt wird, hier grossesHinderniss machte. Was nun aber immer aus der nächst bevorstehendenKrisis des deutschen Reichs auch in dieser Hinsicht Gutes für dasselbehervorgehen mag, so wird es doch wenigstens für dessen Staaten vomzweiten Range in Zukunft erste Staatsklugheitsmaxime noch mehr alsbisher sein, überall (eingedenk des precären Wohlstandes, den jeder aus-wärtige Handel überhaupt nur gewährt) um so ernstlicher und angelegnerauf möglichste Belebung inländischer Circulation, die allein Selbständigkeitverschafft, Bedacht zu nehmen, und weder einem auswärtigen Industrie-,noch Productenhandel diese möglichst lebhafte innere Circulation (d. h.inner den Staat selbst beschränkte möglichst starke Production, Fabricationund Consumtion) unterzuordnen oder wohl gar aufzuopfern; des ersterenaber (des auswärtigen Handels) bloss als Defensivmittels, um nur nichtzur Passivität gezwungen zu werden, sich zu bedienen. Diese Neutralitätim Welthandel ist Alles, w'onach sie zu ringen haben.