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Silurische Fauna des Unterharzes.
begrenzt. Vor den Augen liegen jederseits zwei undeutliche, erst unter der Loupe unverkenn-bare seichte Furchen, welche gegen die Mitte hin völlig verschwinden; eine dritte ebensoschwache geht vom Auge bognig an den Hinterrand. Die Oberfläche ist überall gleichmässig
fein granulirt. Der Ring hinter der Glabella ist schwach convex, ebenfalls fein granulirt und
wo die Schalenrinde abgesprungen ist, erscheint eine feine quer parallele Streifung. Von denAugen ist nur der innere, zierlich convexe, sehr fein granulirte Höcker vorhanden. Den sehr
breiten Stirnrand scheidet eine feine markirte Furche von der Glabella, auf ihm verläuft dem
Vorderrande parallel eine breite concave Rinne, ausserhalb welcher die Randlläche wiederconvex ist und von drei feinen Parallelstreifen gerandet wird. Länge und Breite der Glabellaje 2*4 Linien, ihr hinterer Ring 1 Linie, der Slirnrand % Linien.
Roemer bildet am angeführten Orte eines unserer Exemplare ab, ohne eine Beschreibung davon zugeben. Eine neue sorgfältigere Abbildung war nothwendig, da die speciflsehen Eigenthümlichkeiten in jenernicht zu erkennen sind. Diese bestehen nämlich in der Form, den Furchen und der Granulation der Gla-bella, in der Grösse ihres hintern Ringes und in der Breite des Stirnrandes mit seinen Rinnen und rand-lichen Streifen. Die undeutlichen Furchen auf der Glabella zeichnet auch Barrande von einigen böhmi-schen Arten, aber grade bei dieser hat meist die Glabella selbst eine abweichende Form. Am meistennähert sich noch Pr. seulplus Syst. Silur. Boheme Tb. 15. Fig. 1., aber ihr hintrer Ring ist stärker con-vex und die Zeichnung ihrer Oberfläche eine ganz andere, auch erreicht sie die Grösse der unsrigen nicht.
Ein verdrücktes und abgeriebenes hinteres Körperstück aus der vierten Schicht des han-genden Schiefers am Schneckenberge, besteht aus etwa 15 Ringen, mit sehr schmaler, schwachgewölbter Achse und sehr breiten Pleuren. Es deutet vielmehr auf eine Art aus der Verwandt-schaft des Dcdmannites socialis, lässt jedoch keine Eigentümlichkeiten erkennen, welche zurBestimmung der Species genügten.
CYPHASPIS Burm.
Die Gattung Cyphaspix ist vorherrschend obersilurisch und nur in wenigen ganz eigen-tümlichen Arten aus der Eifel und dem Harze devonisch, die einzige uns vorliegende Artgehört zum Typus der entschieden silurischen
C. hydrocephala Tafel II, Fig. 17.
Roemer, Palaeontographica V. 7. Tb. 1. Fig. 11 ab .
Phacops Roemer, 1. c. III, Tb. 15. Fig. 19. 20.
Calyme hydrocephala Roemer, Versteiner. des Harzgebirges 38. Tf. 11. Fig. 7.
Fünf Glabellen mit anhängenden Theilen des Kopfes und zwei Wangenstücke liegen zurUntersuchung vor, welche die specifischen Eigentümlichkeiten des Kopfes zur Genüge erken-nen lassen. Die Glabella ist hoch, blasenförmig gewölbt ähnlich wie bei der böhmischen C.Barrandei, so dass die vordere Partie fast halbkuglig ist, während die hintre Hälfte bald sanf-ter bald steiler zum Stiel herabfällt. Die hintern Ecken sind durch eine breite markirte Furcheabgeschnitten und liegen als breite flache Tuberosität gesondert, daher der Umfang der Glabellabimförmig erscheint. An zwei etwas kleinern Exemplaren ist die Wölbung der Glabella vonvorn nach hinten ganz gleichmässig, an den übrigen vorn kugliger, nach hinten geneigt; dortist zugleich die angeschnittene Winkeltuberosität am kleinsten, hier breiter und flacher. Einebreite flache Rinne umringt die ganze Glabella und läuft auch hinten glatt über den kurzen,ganz flachen Stiel hinweg. Die Oberfläche der Glabella ist überall gleichmässig granulirt.