449
S. 1. Das Wesen des Kindes Gottes ist nicht in der Weisein Gott, als das Wesen des Verdammten.
Nur bewegend bleibt es (das vollkommene Wesen) unbewegt,nur verwandelnd ungewandelt.
Der Glast geht aus, wie das Wort, aber darum nicht ab. —Dieser Glast als einwesigt mit der Sonne ist aber hier nicht gemeint.
Auch ist das Absolute nicht die Summe der Creaturen —oder diese sind nicht Theile Gottes, wenn schon dessen theilhaft.
S. 2. Gott (der Vollkommene) vermag sich mit der Creaturnur so zu vereinen, dass Er sie in sich polarisirt, so dass Er einenTheil (Krone) erhöht in sich, indess der andere (Wurzel, Natur) in ihrsich tieft (Tiefmuth), — wie in Gott selbst die ewige Natur subjicirtbleibt zur Manifestation. Aber jede Vereinung ist wechselseitig.Der mich lieb hat, der bleibt in mir und ich in ihm (nur hiemitsind wir beide miteinander). Er bleibt in mir sunder sich (hatsich also in sich getrennt oder geschieden, und einen Theil seinerausser mir zurückgelassen, der von mir seine Wiederergänzungerwartet) und ich in ihm sunder mich (erwartend von ihm meineErgänzung). Es findet hier also eine doppelte Polarisirung statt,die in eine (Subject - Object) zusammengeht und in dieserEinung doch eine Verdoppelung ist. Denn hier lieisst esObject Object
wechselseitig: Dein Verlieren ist dein Fund.
Subject Subject
Nur muss der Begriff dieses wechselseitigen Sich-Verlierens undFindens anders gegen ein Höheres (Gott), anders gegen ein Gleichesund anders gegen ein Niedrigeres gefasst werden. Das Selbstbe-wusstsein ist nie ohne diesen Ternär und seine Seligkeit liegt in derEintracht dieser drei Unionen; Denn selig ist der Mensch nur,wenn er mit Gott, mit den Menschen (intelligenten Creaturen)und der unter ihm stehenden Creatur einig ist; ausserdem ist erunselig oder wenigstens nur im Bereiten seiner Seligkeit, und nurBaader’s Werke, XIV. Bd. 29