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14 (1851) Franz von Baader's Elementarbegriffe über die Zeit : Vorlesungen über Philosophie der Societät, Erläuterungen zu Stellen aus Thomas v. A., Glossen zu einer Reihe von Schriften sammt Programm über die Wechselseitigkeit der Alimentation / herausgegeben von Schlütter und Lutterbeck
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S. 22. Dem der Mensch seinen Willen, Wort, Gewalt,Werk einräumt und sich ihrer nicht annimmt, sondern sie freigewähren lässt, dessen Stätte, Wohnung und Haus ist er, seisGott oder der Teufel.

S. 23.Wenn das Vollkommene und das Ganze kommt,so wird alle Theilung und Unvollkommenheit zu nicht. Nichtdas Nehmen der Theile als solche, sondern als Ganze hebt dasAbsolute auf. So gibt erst die Erkenntniss des Ganzen jene derTheile. Das Vollkommene setzt also erst die Theile als solcheund negirt sie als Ganze.

Wo das Ganze erkannt wird, da muss es auch geliebtwerden, so dass andere Liebe, womit der Mensch sich selbst oderAnderes liebte, zu nicht wird; doch gilt (von noch unwesent-licher Erkenntniss) das Video meliora &c.

Wenn schon der Mensch vom Menschen Anerkennung fordert,um so mehr Gott.

S. 26. Gottbesessen und Gotttrunken sind uneigeutliche Aus-drücke, die nur für Creatur-Besessenheit und Trunkenheit gelten.Gott bedient sich zwar der Menschen bisweilen als Werkzeuge,meist aber als Mitwisser, Mitwoller und Mitwirker.

S. 28. Das Gottleiden hat einen anderen Sinn für den Wie-dergeborenen, einen anderen für den Nichtwiedergeborenen, istaber durchaus nicht mit dem Creaturleiden zu vermengen.

S. 29. Wenn die Einigung des Ganzen mehr ist als jedereinzelne Theil, so muss dieses auch von Creator und Creatur alsnoch unvereint gelten. Darum sagt auch die Schrift, dass Gott(nach solcher Vereinung und Scheidung) Alles in Allem seinwird, ohne dass darum Gottes Wesen etwas zu- oder abgeht.Obiges führt zur Einsicht, dass der Schaffensact nicht schon derdes ganzen Gottes sei, weil die Creatur als nur geschaffen nochnicht vollendet ist.

S. 30. Wie der Mensch mit einem Theile in Gott (aus sichoder seinem anderen Theile) geht, so geht Gott in letzteren ein.

S. 31. Edle Naturen bezahlen mit sich selber.

S. 36. Ursache ist eben, was von selber wirkt, was lebtund nicht belebt ist. Alle Creatur bleibt nur immer äusserlich