Band 
Zehnter Band.
Seite
XIX
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ander unterwürfig wären, eine eingeschränkte Kraft und verschie-dene Gedanken hätten, und folglich niemals diejenige Ordnung,TJebereinstimmung und Schönheit hervorbringen könnten, die inder Natur zu finden ist. Wenn der Materialist das Denken ausder Materie (den Atomen) ablciten zu können meint, so muss erauch annehmen, dass jeder Theil der Materie (jedes Atom) denkeoder doch denkfähig sei. Daraus würde aber folgen, dass so vieleGötter (absolut oder aus und durch sich seiende Wesen als den-kende oder doch denkfiihige, oder denkenhervorbringenkönnendeMaterien) wären, als Theile der Materie (Atome) sind. Wennaber der Materialist annimmt, nicht jeder Theil der Materie (nichtjedes Atom) denke, so muss er das Universum, welches ihmgleich Gott ist, als ein nichtdenkendes W T esen ansehen, welchesgewisse nicht denkende Theile hat. Behaupten, ein Atom dergesammten Materie denke nur allein, die übrigen, obschon gleich-ewigen Theile (Atome) dächten nicht, hiesse ohne Grund an-nchmen, ein Theil der Materie sei über dem anderen unendlicherhaben, und bringe denkende Wesen hervor, die nicht ewigwären. Vorgeben, das ewige denkende Wesen sei nichts anderesals eine Zusammensetzung materieller Theilchen, von denen keinesdenken könne, heisst nichts anderes als alle Weisheit und Erkennt-nis dieses ewigen Wesens der Aneinanderlagerung der Theile(Atome) zuschreiben. Diess ist aber widersinnig, denn mag manauch die nichtdenkenden Theilchen der Materie zusammensetzen,wie man will, so können sie doch dadurch nicht mehr empfangen,als ein neues Verhältnis ihrer Lage, welches ihnen aber unmög-lich einen Gedanken oder eine Erkenntniss verschaffen kann.

Es ist gleichviel, ob alle Theile dieser Materienwelt (alleAtome) als ruhend oder als in Bewegung begriffen vorgestelltwerden. Sind sie in vollkommener Ruhe, so ist der Materien-haufen ein unthätiger Klumpen, und kann vor einem Atom keinVorrecht haben. Sind sie in Bewegung, und soll das Denkenvon der Bewegung der Atome lierkommen, bo müssen alle ihreGedanken zufällig und eingeschränkt sein. Denn da alle Theil-ch «n, die durch die Bewegung einen Gedanken hervorbringen, ansich selbst nicht den geringsten Gedanken haben, so können sie