V e r g 1 e i c h n n g
der
morgen- und abendländischen Kirche
in Betreff
der Dogmen und Religionsprincipien, so wie des Begriffs der Sacramenteund des Cultus oder der Weise ihrer Administration.
Wenn schon römisch-katholische Schriftsteller z. 13. der Ver-fasser der kürzlich erschienenen Kritischen Geschichte derneugriechischen und russischen Kirche behaupten,„dass Griechenland und Russland mit Rom im Wesentlichen desGlaubens ganz Eins sind,“ so verhält es sich doch nicht ganz so,und wenn es schon richtig ist, dass die wesentlichste Differenzzwischen der griechisch - russischen und der römischen Kirche inder Nichtanerkennung des Primats der letzteren von Seite derersteren besteht, so finde ich doch für gut, bevor ich mich zurBeleuchtung dieser Hauptdifferenz wende, auf einige andere Ver-schiedenheiten beider Religionen, wenn auch nur mit Wenigem,aufmerksam zu machen, weil diese Verschiedenheiten doch keines-wegs so unwesentlich sich zeigen, als der Verfasser dieser kri-tischen Geschichte meint.
Was also zuerst jenen famosen Streit beider Kirchen überdas Filioque betrifft, so weiss man, dass wenn die morgenlän-dische Kirche seit uralter Zeit den primitiven Urständ des Geistesvom Vater und dessen secundairen Ausgang als Sendung vom