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* nicht nur Decke und Wände des alten Hauses mit lebens-vollen Bildern, zierlichstem Ornamente geschmückt sind,sondern dass auch der Boden Zeugniss von Kunstfleissmannigfaltigster Art ablegt und kaum die ärmste Schwelleohne ein ernstes Salve oder wenigstens eine Figur inbuntem Kiesel die Aufmerksamkeit fesselt; nicht minderdass die Kunst von ihren eigensten Schöpfungen an ab-wärts allem Hausrath ihren Schmuck verlieh, und esdurchaus nicht unter ihrer Würde erachtete, dem niedrig-sten Geräthe, einem Wagebalken, einem Küchenrost, einemirdenen Wasserschöpfer den Stempel des Schönen aufzu-i drücken. Zeiten der grossartigsten Umwälzungen drohtenmit völligem Untergang jene noch immer unerreichten Vor-^ bilder kommenden Generationen zu entziehen. Jahr-hunderte rohesten Naturlebens forderten kaum etwasanderes als die gebotene Selbsterhaltung, bis allmäligwiederkehrender Friede neuen Wohlstand erzeugen, dasMittelalter seine zweite grosse Kunstblüthe zeitigen konnte.Vorwiegend kirchlicher Natur drang doch auch manchesin das bessere Bürgerleben ein und erfreut noch heutejedes kunstsinnige Auge, jedes denkende Menschenherzdurch die unendlich liebevolle Vertiefung fast in allem,^ was jene Epoche an Kleinkunst geschaffen hat und die hoheSchönheit und erhabeneWürde ihrer Leistungen im Grossen.
Auch diese Kunst- und Kunstgewerbeblüthe warbestimmt unterzugehen; nicht so vollständig wie jeneerste; allen Vandalismus der Religionskriege, alle Nivel-lirungsversuche der Revolutionen haben die hehren Domeüberdauert und in ihnen und an tausend andern geschütz-ten Orten in still gehegten Truhen sind unzählige,eigenartige, liebliche, stylvolle Produkte auf uns gekom-men, die ein volles Bild jener Zeit übermitteln, und füruns eine unerschöpfliche Quelle des Schönen in mannig-faltigster Form geworden sind und bleiben werden.
Aber einen langen Kyffhäuser Schlaf zu tliun, wardiesen Schätzen bestimmt. Einseitiges von Volk zu Volkspringendes Erwachen, eine Plauptblüthe in Frankreich treibend zur Zeit der Renaissance , dann Ausartung biszum widersinnigsten Zopfe, zuletzt eine Zeit höchstenUngeschmacks, albernster Nachäffung der Antike, ja abso-