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luter Leerheit, die unter dem bequemen Deckmantel derEinfachheit ihre eigene traurige Gemüths- und Geistes-armut verbarg.
In diese hinein griff nun die grösste Errungenschaftdes Jahrhunderts, die Umwälzung auf dem Gebiete derIndustrie u. des Gewerbes; die Kunst erhob ihr Haupt und wieKaulbach symbolisch die Perrücke unter die Füsse getretenund den Zopf abgeschnitten, gedieh vor allem die Malereiund entfaltete Bliithen, wie sie in unserer Vaterstadtnicht selten Auge und Herz erfreuen, die diesjährigeAusstellung in reichster Fülle sie bieten wird.
Und auch das Handwerk erwachte aus seinem dumpfenSchlafe. Es fing an zu begreifen, dass seine Aufgabeweit überder flachen, nüchternen Thätigkeit hinausliege,dass praktische und schöne Form einander nicht blo3nicht ausschliessen, sondern nothwendig ergänzen müssen,dassdas Handwerk mit der Kunst Hand inHand gehen solle.
Bereits auf fast allen Gebieten der Hausindustriekonnten wir mit hoher Freude diesen Aufschwung desKunstgewerbes erkennen; Thon, Glas, Stein, Weberei,Schlosserei, Tischlerei, Holzschn tzkunst jeglicher Art,alle wetteiferten in frischem Ringen nach hübscher,würdiger oft charaktervoller und selbstständiger Form.In der speciellen Abtheilung für Kunstgewerbe treffenwir eine ganze Fülle des Schönen in obigem Sinne, eineArt Auszug aus allen vorgenannten Gebieten, woran sichAuge und Herz in vielfachem Sinne erfreuen können.Wir heben nur hervor Taufstein und Kanzel (Battonin Villmar ), Kirchenkronleuchter u. Kandelaber (Pott-hoff in Münster ), Kunstschlosserei von K ö s t e r in Glad-bach , eine Silber- und Goldausstellung kirchlicher undprofaner Geräthe (Ost hu es in Münster ) und eineSchmuckcollection edelster Art von Stüttgen, Düsseldorf .
Und so begrüssen wir noch einmal das Kunstge-werbe als eine der schönsten Blüthen auf dem Cultur-gebiete der Gegenwart als Beweis eines sich hebendenNationalgefühls, einer keuschen Würde des Denkens undEmpfindens, der besten Mitgift eines Volkscharakters!