Buch 
Vorschule der Geologie : eine Anleitung zur Beobachtung und zum richtigen Verständniss der noch jetzt auf der Erdoberfläche vorgehenden Veränderungen sowie zum Studium der geologischen Erscheinungen überhaupt : nach dem "Geological Observer" des Sir Henry T. de la Beche : mit über 300 in den Text eingedruckten Illustrationen in Holzschnitt / Henry T. de la Beche ; frei mit Zusätzen bearbeitet von Dr. Ernst Dieffenbach
Entstehung
JPEG-Download
 

V o r r e d e.

Der heutige Zustand der Erdoberfläche, die Wirkung der Atmo-sphäre, des Wassers auf die dieselbe zusammensetzenden Materialien, dieunter unseren Augen stattfindenden chemischen Vorgänge, ferner dieEinwirkungen, welche das thierische und pflanzliche Leben auf dieBildung unorganischer Massen hat, bieten uns Gelegenheit zu einerMenge von Beobachtungen, die uns zu einem richtigen Verständnissder Umwälzungen und Veränderungen führen können, welche die Erd-rinde erfahren hat. War man früher wohl geneigt, diese Umwälzungen,von denen uns der Bau der Erde Zeugniss ablegt, als etwas Abge-schlossenes zu betrachten, dessen Entstehungsursachen auf dem Wegeder Erfahrung nicht oder doch nur sehr mangelhaft zu ermitteln seien,so hat man sich allmälig mehr und mehr darüber geeinigt, das Material,aus welchem die Erdrinde besteht, als auf eine Weise gebildet zu be-trachten, wie es noch heut zu Tage gebildet wird, und in den jetzigenVorgängen der unorganischen und organischen Natur nach Veränderun-gen zu suchen, die identisch mit denen waren, welche in der Vergan-genheit stattgefunden haben. Dadurch hat sich ein grosser Schatz vonThatsachen angehäuft, deren Kenntnis« unerlässlich zum richtigen Ver-ständniss geologischer Forschungen und zu eigenen Untersuchungen ist.Das Studium der Gegenwart ist zur fruchtbringendsten Schule für dieKenntnis« einer weit entfernt liegenden Vergangenheit geworden. Wirerkennen, wie die älteren Schichten und übrigen Bildungen die Wir-kungen von auch jetzt noch für uns fassbaren und begreiflichen Kräftensind, wir lernen aus der heutigen Fülle der Erscheinungen die Ursa-chen der so grossen Mannigfaltigkeit, die sich in den Bildungen einerund derselben Zeit in ihrem mineralogischen und chemischen Verhaltenergiebt. Die Vertheilung fossiler Reste in den Erdschichten, die Ver-