Vorrede. VII
sehen Aufnahme von Grossbritannien besonders im Stande gawesen,lange und anhaltend die jetzigen Vorgänge im und in der Nähe desMeeres zu würdigen; denn das Meer ist ja die grosse Werkstätte, inder die Natur ihre ausgedehntesten Bildungen zu Stande bringt, solche,die bei weitem den grössten Theil derjenigen ausmachen, die wir jetztzu festem Lande und zu Bergketten erhoben sehen, und deren Unter-suchung auf die Art und Weise ihrer Bildung die Aufgabe des Geo-gnosten ist. Wer in der Nähe des Meeres wohnt, ist zur Untersuchungder wichtigsten die Erdoberfläche verändernden Ursachen weit bessergestellt, als der Binnenbewohner; überhaupt wird die Bedeutsamkeitfortdauernder Ursachen erst recht gewürdigt werden können, wenn wirdie Veränderungen, wie sie in allen Zonen und Klimaten über den gan-zen Erdball hin und unter den verschiedenartigsten Umständen imMeere Vorgehen, auf das Genaueste untersucht haben, und wir werdenauch dann erst im Stande sein, eine richtige Vergleichung mit älterenBildungen zu treffen. Man wird leicht finden, dass in diesem WerkeBeobachtungen aus allen Weltgegenden niedergelegt sind, und aus ihmeine Bekanntschaft mit allem Neuen, wie sie durch eigene Beobachtungund durch lebendigen persönlichen Verkehr mit Reisenden und Seefah-rern, von denen etwas zu lernen war, erlangt wird, hervorgeht.
Es ist eine andere Frage, ob die Einführung eines solchen Werkesbei dem deutschen Publicum ein wirklich vorhandenes Bedürfniss erfüllt.Wir glauben unbedingt diese Frage bejahend beantworten zu müssen.Wir besitzen zwar vortreffliche Hand- und Lehrbücher der Geognosieund dieselben können sich au Gründlichkeit und wahrer Wissenschaft-lichkeit mit denen aller anderen Nationen messen. Indessen sind ge-rade die in dem folgenden Werke besprochenen Gegenstände gewöhn-lich weniger ausführlich behandelt, und nur als kurze Einleitung indie Darstellung und Geschichte der vergangenen Epochen, und seltenhat man versucht, das Gegenwärtige zur eigentlichen Grundlage zumachen und damit die Vorgänge der Vergangenheit zu erklären. Esdarf auch wohl bemerkt werden, dass bildliche, der wirklichen Naturentnommene Beispiele, wie sie in diesem Werke in reichlicher Mengegegeben sind, nicht gerade in unserer Literatur zu den häufigen Er-scheiungen gehören, und wir legen diesem Umstande für die Brauch-barkeit desselben zur Einführung in das geologische Studium ein ziem-liches Gewicht bei.
Eine kurze Uebersicht des behandelten Materials wird die Reich-haltigkeit des Werkes darthun.