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Entfernung der Gesteinstheile durch Wasser
muuicatiou hat, ferner die Abwesenheit oder Häufigkeit grosser Klüfteoder anderer Spalten in den benachbarten Gesteinen, die Möglichkeit,dass ein Bach oder Fluss bei Ueberschwemmung nach Regengüssen überSpalten oder Klüfte Biesst, die mit dem Hauptgang cominuniciren, undAehnliches mehr.
In einigen Steinkohlendistricten sind die Thonschichten, auf wel-chen die Kohlenflötze aufliegen, oder welche mit ihnen abweehseln,oft für Wasser so undurchdringlich, dass, wo Verwerfungen oder Spal-ten in den Schichten selten sind, die Bergwerke wenig vom Wasser zuleiden haben. Diese Undurchdringlichkeit für Wasser, das Wort inallgemeiner Bedeutung genommen, sieht man besonders in jenen Stein-kohlendistricten, wo die Schichten eine schwache Neigung haben, wiein Süd-Wales und in Monmouthshire, und wo sie von Bergthälern durch-schnitten sind, erscheinen Quellen der zuerst beschriebenen Klasse inReihen, die die Kohlenflötze bezeichnen, indem das durch sie hindurch-sickernde Wasser nach unten von den Thonschichten aufgehalten wird.Ein System von Ablagerungen, in welchem diese Schichten und anderevon dichtem Schieferthon Vorkommen, bietet dem leichten Duchdringendes Wassers nach unten Schwierigkeiten dar. Zu gleicher Zeit zeigteine oberflächliche Beobachtung bald, dass das Wasser zwar in einernicht hinreichend schnellen Weise in den Steinkohlengruben seinen Wegnach unten findet, um von Belang zu sein, dass es aber demungeaehtetdaselbst zwischen den Theilen und den Klüften der Masse verbreitet ist.Als Mittel, chemische Veränderungen und Modificationen in den Ge-steinen hervorzurufen, verdient das in ihnen verbreitete Wasser alleAufmerksamkeit, und man kann sich oft durch einen einfachen Versuchüberzeugen, das3 selbst die dichtesten aus grosser Tiefe entnommenenGesteine eine grosse Menge Feuchtigkeit enthalten, wenn man ein los-geschlagenes Stück wiegt und daun in einem Sandbad trocknet undabermals wiegt.
Die Quellen der ersten Klasse, welche an den Seiten von Hügelnund Bergen und an dem Meeresufer ausfliessen, bringen häufig soge-nannte Bergstürze hervor, indem das Eindringen von Wasser in be-stimmten Ebenen oder Richtungen die Gesteine so erweicht oder chemischentfernt, dass eine aufliegende Masse nicht mehr durch seitliche Co-häsion gehalten wird und in die Thäler oder nach dem Meere herab-gleitet, dadurch eine Zertrümmerung des Festen hervorruft und es unterVerhältnisse bringt, unter denen es leichter von Flüssen und durch dasMeer entfernt werden kann. Kleinere Bergstürze sind sehr häufig undkommen besonders in der englischen Juraformation vor, wo die Zwi-schenchichten von Thon in die Thäler gleiten und die festeren auflie-genden Schichten mit sich fortreissen. In den Kohlendistricten vonSüd-Wales finden sich viele Beispiele in einem grösseren Maassstab undin vielen Berggegenden sind sie sehr häufig.