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Vorschule der Geologie : eine Anleitung zur Beobachtung und zum richtigen Verständniss der noch jetzt auf der Erdoberfläche vorgehenden Veränderungen sowie zum Studium der geologischen Erscheinungen überhaupt : nach dem "Geological Observer" des Sir Henry T. de la Beche : mit über 300 in den Text eingedruckten Illustrationen in Holzschnitt / Henry T. de la Beche ; frei mit Zusätzen bearbeitet von Dr. Ernst Dieffenbach
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Fig. 18.

Entfernung der Gesteinstheile durch Wasser. 25

Der Bergsturz des Rossbergs oderRuffibergs, am zweiten September1806, lieferte ei« denkwürdiges Beispiel von der durch das Eindringenvon Wasser durch geschichtete Gesteine herbeigeführten Zerstörung, wobeidie Cohäsion aulgehoben wurde und eine grosse Masse auf der geneigtenEbene der unterliegenden Gesteine herabglitt. Der folgende Durch-schnitt wird diesen Bergsturz und einige andere derselben Art erläutern.Wenn in einem Berge a Wasser durch die porösen Schichten b auf die

Schichten cc dringt, so wird die Oberflä-che der letzteren schlüpfrig, und da dieCohäsion nicht hinreicht, die Wirkung derSchwere zu hemmen, und in dem Thalkeine hinreichende Unterlage gegebenist, so gleitet die Masse in das Thal d.Beim Rossberg, der 5196 Fuss über demMeere liegt, bestanden die oberen Schich-ten aus Conglomeraten, die auf einer durch eingedrungenes Wassertheihveise entfernten, und etwa 45° aufgerichteten, Masse lagen, wo-durch ein Sturz der oberen Schichten stattfand, und ein schönes Thalmit Gesteinen und Schlamm bedeckt wurde.

Die Unterklippen zwischen Lyme Kegis und Axmouth so wie diehinter der Insel Wight, erläutern die Zerstörung von Klippen durchQuellen. Der folgende Durchschnitt zeigt die Verhältnisse, unter wel-chen die Unterklippen in Pinhay, beiLyme Regis hervorgebracht worden.a ist Sand, b Kreide, c oberer Grün-sand, poröse Substanzen, durch wel-che Regenwasser auf die Schichtd dringt, welche aus den unterenTheilen der Grünsand-Schichten c undden oberen Theilen der Liasschichte bestehen, indem die oberen Grüu-sandschichten über die dazwischen liegenden Schichten übergreifen, die indem südöstlichen England bemerkbar sind und hier auf dem Lias ruhen. Das111 seinem Fortschritt nach unten aufgehaltene Wasser entrinnt, wo es dengeringsten Widerstand findet, hier ander Steilseite einer Klippe, die ur-8 prünglich durch die Wirkung des Meeres auf die Küste gebildet wurde.^ er Thon wird allmälig entfernt, der aufliegende Grünsand, Kreide undSand verlieren ihren Stützpunkt, geben nach und fallen nach dem Meer.^ er Lias e wird durch die Wirkung der Brandung nicht so schnell vonder Klippe g entfernt, wie die Gesteinsmassen oberhalb durch die Wir-ung der Landquellen, deshalb springt die obere Klippe zurück, undhinterlässt eine Masse von Trümmern bei /, die durch einander gemengt8 md, und beständig nach dem Meere zu vorwärts bewegt werden, so-^°h] durch die Zerstörung der Liasklippen g, durch die Brandung, und

Fig. 14.