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Vorschule der Geologie : eine Anleitung zur Beobachtung und zum richtigen Verständniss der noch jetzt auf der Erdoberfläche vorgehenden Veränderungen sowie zum Studium der geologischen Erscheinungen überhaupt : nach dem "Geological Observer" des Sir Henry T. de la Beche : mit über 300 in den Text eingedruckten Illustrationen in Holzschnitt / Henry T. de la Beche ; frei mit Zusätzen bearbeitet von Dr. Ernst Dieffenbach
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Unstetiger Zustand der Erdoberfläche.

derselben Art, wie sie jetzt in dem benachbarten Meere Vorkommen,werden häufig nach aussen, wo der alte Meeresboden war, gefunden,

Bei ungefähr 150 Fuss nordwestlich von Cagliari, findet man Austernan dem Fels anhängen, auf welchem sie wuchsen, und de la Mar-in ora entdeckte ebenfalls nordwestlich von Cagliari zwischen demGeschirr eine runde Kugel von gebrannter Erde, ungefähr halbso gross, wie ein Apfel mit einem Loch in der Mitte, als wenn einStrick hindurch gegangen wäre. Er glaubt, dass diese Kugel den Fi-schern gehörte, welche an der Küste ihr Geschäft trieben, und dmsolche Kugeln statt Blei brauchten, ehe eine Niveauveränderung statt-gefunden, welche die Ablagerung in ihre jetzige Stellung brachte.

Die angeführten Thatsachen zeigen, dass sowohl langsame, wmmehr plötzliche Bewegungen des Bodens stattgefunden, seitdem die er- |wähnten Orte von Menschen bewohnt wurden, und dass an anderenOrten Oscillationen des Landes vorhanden gewesen sein können. DieseBewegungen können in einem scharf geologischen Sinne nicht perina-. nent genannt werden, da die Geschichte der Oberfläche unseres Plane- jten, in Bezug auf die Vertheflung von Land und Wasser, eine Oe- (schichte von Veränderung und Modification ist; aber sie können demgrössten Theile nach als solche in Bezug auf den Verlauf vieler Jahr- ;hunderte betrachtet werden, während welcher der Mensch seine Le- ,bensart auf dem so betroffenen Flächenraum ändern kann. Was auch |die Ursache dieser Bewegungen im Grossen sein mag, und wie weit [die sogenannte vulkanische Thätigkeit bloss eine Modification der V u'"kungen ist, die von einer allgemeinen Ursache abhängen, durch welch eganze Continentalmassen über das Meeresniveau erhoben oder untedasselbe gesenkt werden, so liefern uns die Erdbeben und die j e ^stattfindenden langsamen Erhebungen und Senkungen des Landes ß e 'weise für die schwanke Unterlage, auf welcher die jetzige Gestein 3 'Oberfläche der Erde ruht. Es ist nicht unwahrscheinlich, dass gross®Erdbeben abhängen von der Zerreissung der Erdkruste, wobei ein fr u 'herer Widerstand gegen eine erhebende oder senkende Kraft plötzlw' 1überwunden wird, während bei den allmäligen Bewegungen derbung oder Senkung dieses langsam und ruhig geschieht. Ohne Zw el !fei wird der Beobachter die Ursache dieses unstätigen Zustandes & etErdoberfläche besonders seiner Beachtung würdigen, wenn er bei ;Untersuchung der verschiedenen Ablagerungen, die ihm die Verg aI ^genheit unseres Planeten erzählen, Beweise für die Erhebungen t,nSenkungen von alten Oberflächen findet, gegen die die oben erwähl 1ten kaum in Betracht kommen. Es würde hier nicht der Ort sein,die Hypothesen einzugehen, welche darüber aufgestellt worden sin ^wir wollen aber doch auf die Resultate aufmerksam machen, die <L ir ^Veränderungen auf der Erdoberfläche hervorgebracht werden, <Lnwelche festes Land erniedrigt und der Meeresboden erhoben wird, 1111 |