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Vorschule der Geologie : eine Anleitung zur Beobachtung und zum richtigen Verständniss der noch jetzt auf der Erdoberfläche vorgehenden Veränderungen sowie zum Studium der geologischen Erscheinungen überhaupt : nach dem "Geological Observer" des Sir Henry T. de la Beche : mit über 300 in den Text eingedruckten Illustrationen in Holzschnitt / Henry T. de la Beche ; frei mit Zusätzen bearbeitet von Dr. Ernst Dieffenbach
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389
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Versunkene Wälder und erhobene Ufer.

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a üf welche Babbage hindeutete, als er die Oscillationen des Bodens,a üf welchem der Serapis-Tempel steht, zu erklären suchte, da dieselbenkaum ausser Acht gelassen werden können, wenn wir uns nach irgendeiner localen oder centralen Quelle für die Wärme unterhalb der Ober-fläche der Erde umsehen, mag diese Erklärung nun für alle beobach-teten Erscheinungen hinreichen oder nicht*).

Untermeerische Wälder und erhobene Ufer.

Diese Namen für verhältnissmässig jugendliche Veränderungen111 dem relativen Niveau von Land und Meer, seitdem die VegetationAes ersteren und das thierische Leben in dem letzteren beinahe die-8 ®lbcn gewesen sind, wie man sie jetzt in ihrer Nachbarschaft findet,8 md zwar nicht besonders gut gewählt, da viele durch die Versenkung'hs pflanzlichen Lebens und das Anhäufen von Meeresresten am Uferzu verschiedenen geologischen Zeiten bezeichnete Senkungen und Er-hebungen des Landes stattgefunden haben; aber sie sind hier ihrer Be-quemlichkeit wegen beibehalten, da die durch dieselben bezeichnetenhhatsachen einer Periode angehören, welche nicht weit von der EpocheAßs Menschen entfernt ist, obgleich keine Spuren des Menschen undseiner Werke "in Verbindung mit ihr gefunden werden. Die Beweise

) Labbage bemerkt ( Proceedings of (he Geological Society of London,Lehr. 1834, Vol. II., p. 75), dass wenn ein Meer oder ein See durch diefortgesetzte Abschwemmung des benachbarten Landes ausgefüllt wird,neue Schichten gebildet werden, die die Wärme viel langsamer als Wasserleiten, und duss auch die Wärmestrahlung von der Oberfläche des neuenLandes verschieden von der des Meeres ist. Deshalb muss irgend einelocale oder centrale Wärmequelle, welche früher unter jenem Meereexistirte, die Schichten unter seinem Hoden erhitzen, weil sie jetzt durche >nen schlechten Wärmeleiter bedeckt sind. Die Folge wird sein, dass siedurch ihre Ausdehnung die neu gebildeten Schichten über ihr früheresNiveau erheben, und auf diese Weise kann der Boden eines Oceans zujunem Continent werden. Die ganze Expansion, die aus den verändertenumständen hervorgeht, braucht erst lange nach der Ausfüllung des Mee-res stattzufinden, in welchem Falle seine Umwandlung in festes Landtheilweise von der Ausfüllung durch Detritus und theilweise von derErhebung des Bodens herrührt. Wenn die Ilitze jetzt die neugebildctenSchichten durchdringt, so kann eine verschiedenartige Thätigkeit stattfin-lcn, die Thon- oder Sandschichten können fest werden und sich Zusammen-gehen anstatt sich auszudehnen. In diesem Falle werden entweder grossetinsenkungcn innerhalb der Grenzen des neuen Continentes sich bilden, oderj'aeh einem weiteren Zwischenraum kann das neue Land sich wieder sen-seichtes Meer bilden. Dieses Meer kann wieder durch eineg derselben Processe wie zuvor gefüllt werden, und so kön-®°n Abwechslungen von Meeres- und Süsswasserbildungen Vorkommen,*wischen denen die Bildungen des festen Landes gelagert sind.

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