IV
obgleich so alt wie der Krieg selbst, eine Conceptionvon solcher Fruchtbarkeit, dass sie, gleich jenen Waizen-körnern in den Särgen der egyptischen Mumien, ihreKeimfähigkeit seit Jahrtausenden bewahrt hat. Der ein-fache logische Satz: mit Wenigen gegen Viele nur einemgeringen Verluste ausgesetztzu sein, ißt von so trans-parenter Wahrheit, dass er keiner speculativen Beweis-führung bedarf. Wenn jedoch bei näherer Betrachtungdesselben die seinen ferneren Werth erprobende Frageentsteht: ob Wenige gegen Viele auch eines Erfolgesgewiss sind, so müssen allerdings die Bedingungen er-wogen werden, unter welchen diese Frage bejaht werdenkann. Einem einzigen Blick in das Buch der Kriegs-geschichte, sei er auch nur auf die neuesten Epochenderselben gerichtet, strahlen fast von jedem Blatte dieThaten der Vendeer, der Tyroler, der spanischen Guerillasu. s. w. entgegen, und wir sehen hier von kleinen Schaarenimprovisirter Krieger tapfern, disciplinirten und wohlge-schulten Heeren gegenüber Erfolge erringen, welche unsStaunen abnöthigen. Nur der Laie aber würde dieselbenallein auf Rechnung ihrer Tapferkeit und des Enthusias-mus, mit dem sie nationale Interessen vertheidigten,setzen können, der Militär gewahrt in ihnen die natür-