XVIII
mann finden wir, wie bei Baader, dieselbe Massen-haftigkeit, den gleichen cyklopischen Charakter, die-selbe bis an die Gränze der Ueberladung gesteigerteGedrängtheit: aber auch bei beiden jene unvergleich-liche concentrirte Fülle, jene keusche Sprödigkeit,den gleichen dissonanzenreichen, aber die Auflösungimmer mit sich führenden Wohllaut. Muss man auchvon Baader gelten lassen-, was Friedrich Roth vonHamann sagt: „Wegen seiner Derbheit und seinernicht seltenen Sprachfehler, sowie seiner Dunkelheitwegen, mag ihm der Rang eines Classikers streitiggemacht oder abgesprochen werden“, so kann^ mandoch rücksichtlich Baader’s mit demselben Autorfortfahren: „Er hat dennoch sicherer, als mancherlegitime , seinen Platz unter Deutschlands grossenSchriftstellern.“ Göthe sucht das Princip der Ha-inannischen Autorschaft mit den Worten zu bezeich-nen: „Alles, was der Mensch zu leisten unternimmt,es werde nun durch That oder Wort oder sonsthervorgebracht, muss aus sämmtlichen vereinigtenKräften entspringen; alles Vereinzelte ist verwerf-lich.“ So war auch Baader der entschlossene Geg-ner glles Successiven und Discursiven; voll, ganzund simultan liess er seine mächtigen Geburten, wieaus dem Haupte des Zeus, hervorspringen.
So war der ausserordentliche Mann geartet, des-sen Nachlass nun nach und nach, wenn auch, womöglich, ununterbrochen, dem deutschen Publicum,und in diesdln namentlich dem philosophischen, vor-gelegt werden soll. Dem Herausgeber ist das Glückzu Theil geworden, diesen Cyklus posthumer Schätze