XXV
sich immer der Mann aus dem Jüngling loszuschälenbeginnt, und der Charakter für das gesammte nach-folgende Leben gebildet wird. Wie es daher in jenerAltersstufe für den jungen Mann am Natürlichten ist,ein Tagebuch zu führen, weil eine derartige Selbst-beobachtung gerade zu der Zeit am fruchtbringend-sten ist, in welcher der Reichthum der Kraft undJugendfülle gerade am meisten das Bedürfniss em-pfindet, sich durch fortgesetzte Rechnungsablage desinneren Lebens vor der anstürmenden Verwirrungder Wirklichkeit wie der eigenen Gedanken zu ret-ten, so ist es für den tieferen Beobachter und Freundder Literatur ein wahrhaftes Glück, ein erfreulichesGeschick zu nennen, gerade während einer solchenEpoche in die innersten Seelen- und Geistestiefeneines Mannes, der da mitzählt, wo die besten Deut-schen genannt werden, einen forschenden, zuverläss-liche Resultate versprechenden Blick werfen zu können.
Ist nun aber bereits durch diese Bemerkung dieBedeutung sicher gestellt, welche dem Inhalt dervorliegenden Tagebücher ohne alle Frage zugespro-chen werden muss, so gewinnt diese unbestreitbareWichtigkeit derselben noch ungleich mehr, wenn mannur einen ganz allgemeinen, ja selbst nur einen ober-flächlichen Blick auf den Gehalt dieses Inhaltes selbstwirft. Hiemit wird nicht jener unaussprechliche Reizgemeint, den es immer auf uns hat, wenn wir schoneine unverdorbene Seele, geschweige denn ein jungesGenie an die grossen Probleme des Lebens und derGedanken herantreten und von ihnen ergriffen wer-den sehen. Ebensowenig soll ein besonderer Nach-