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Die Armee in der Bewegung : I. Innere Anordnungen, [II. Hindernisse der Bewegung] : mit 8 Tafeln und Plänen / [Josef Gallina]
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Die Ausdehnung einer Armee im Eaume.

UnterArmee ist ohne Rücksicht auf ihre Stärke die Gesammt-heit jener streitbaren und nicht streitbaren beweglichen Kräfte undHilfsmittel zu verstehen, die auf einem Kriegsschauplätze einheitlichund unter einem Oberbefehle als Ganzes zur Bekämpfung des Heindesverwendet wird.

Ein kriegführender Staat kann von seiner gesammten Heeresmachtgleichzeitig auch mehrere Armeen aufstellen. In solchem Falle wirdaber jede derselben unter Befehl eines eigenen Armeecommandantenauf einen besonderen Operationsraum gewiesen, und jede hat dann ge-geneinen anderen, abgesonderten Theil der feindlichen Macht zu wirken.

Jede auf einem Operationsraume verwendete Heeresmasse gliedertsich je nach ihrer Stärke: blos in Divisionen, oder in Armeecorps oderauch in Armeen. Aber selbst in letzterem Falle müssen diese untereine gemeinsame Oberleitung gestellt sein, weil sich dieser Grundsatznie ohne empfindliche Nachtheile umgehen lässt.

In Bezug auf die Stärke der Streitkräfte ist'der Begriff:Armeesehr relativ. Oft kann die auf einem Kriegstheater in Thätigkeitgesetzte Armee nur einen Theil, vielleicht blos ein einziges Armee-corps jener Streitmacht bilden, die anderwärts gegen den Feind ge-führt wird.

Ist ein Krieg in naher Aussicht, so wird die zum Schlagen be-stimmte Armee zunächst der Grenze des feindlichen Staates gesammelt.

Nach erfolgter Kriegserklärung ist eine möglichst enge Concen-trirung der Streitkräfte nothwendig und zwar, je nach der Ausdehnungder bedrohten oder zu bedrohenden Landesgrenze, nach der geographi-