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Die Armee in der Bewegung.
sehen Gestaltung und Beschaffenheit des Länderstriches, endlich nach demsonst beabsichtigten Zwecke: in eine einzige, oder in mehrere Gruppen.In letzterem Falle muss eine, und zwar die zum Hauptschlage be-stimmte Gruppe oder die Hauptarmee, am stärksten sein, während mandie übrigen, welche nur dort verwendet werden, wo die Entscheidungnicht erfolgen kann, minder stark macht.
Das Bedürfniss nach mehreren Gruppen tritt hervor, wenn eineArmee sehr stark ist, wenn sie ein weit ausgedehntes Kriegstheater be-herrschen soll, wenn einzelne Landestheile besonders zudecken sind,endlich wenn es die Art, wie der Feind seine Streitkräfte im Baumevertheilt hat, erheischt. Die Oesterreicher vereinigten 1849 gegenPiemont ihre ganze Macht in eine einzige Gruppe; nur in den Festungenund in einigen, wenigen Städten blieben Besatzungen zurück. Die fran-zösische Armee war 1812 von der Ostsee bis Galizien in vier Gruppen,1813 in Deutschland in drei Gruppen getheilt.
Je nachdem die Armee sich bewegt, stille steht oder kämpft, ha-ben die Streitkräfte eine verschiedene räumliche Ausbreitung auf demKriegstheater, weil sie in allen diesen Fällen eine andere und zwar diejeder dieser Thätigkeiten oder Zustände entsprechende Formation habenmüssen.
a) Das Marschechiquier.
Der Baum, welchen eine in Marsch gesetzte Armee durch Be-nützung mehrerer, in gleicher Bichtung führender Strassen einnimmt,wird der „Armeebewegungsraum“ oder das „Marschechiquier“genannt. Den Theil davon, auf welchem die streitbaren Kräfte mar-schiren, bezeichnet man als „Truppen-“, jenen, auf welchem derTrain sich bewegt, als „Trainechiquier“.
Die Armeecorps (Divisionen) werden hiebei sowohl während derBewegung als in den Nachtbivaks so neben und hinter einander dispo-nirt, dass die gesammte Armee möglichst gleichzeitig den Abmarsch ineine beliebige Bichtung antreten oder fortsetzen, so auch dieConcentri-rung sämmtlicher Kräfte auf was immer für einem Punkte der Peri-pherie oder im Innern des Echiquiers in kürzester Zeit bewirken könne.
Auf die Ausdehnung des Echiquiers wirkt die grössere oder ge-ringere Anzahl brauchbarer Strassen oder das Strassennetz überhauptwesentlich bestimmend.
Nachdem aber selbst in Culturländern für den Kriegsgebrauchtaugliche Strassen nicht in solcher Zahl und so dicht neben einander