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Die Armee in der Bewegung.
kommt die hinter ihr marschirende Infanterie bei allenfalls nothwendigwerdender Entwicklung um so viel später zum Aufmärsche, je grösserder Cavaleriekörper ist.
Die bei den Divisionen eingetheilte Cavalerie ist demnach ent-weder an die Tete oder an die Queue derselben zu disponiren. Folgenmehrere Divisionen (1—2 Corps) hintereinander in einer Colonne undwird die vermöge der Ordre de bataille den Divisionen zugewiesene Ca-valerie in einen einzigen Körper vereinigt, so theilt man sie an derTete oder Queue ihres betreffenden Corps oder der Armeecolonne ein.
Zu vermeiden ist auch, die Cavalerie des Morgens allzuzeitlichaufbrechen zu lassen. Müssen die andern Truppen den Marsch imSommer vor Anbruch des Tages antreten, so soll die Cavalerie wenig-stens um einige Stunden später sich in Bewegung setzen. Um dann andie Tete der Divisionen oder der Armeecolonne zu gelangen, ist stetsdie Gelegenheit einer Bast oder ein sonstiger Aufenthalt der Colonnezu benützen.
Bildet die von den Divisionen oder Corps vereinigte Cavalerie dieAvantgarde der Armeecolonne, so soll ihr, abgesehen von der für ihreActionen immer nöthigen Artillerie, stets Infanterie zugewiesen werden,weil sie ohne deren Beihilfe nicht längere Zeit Widerstand zu leistenvermag.
In den Bivaks muss die Cavalerie immer durch Infanterie ge-sichert werden.
Von der Artillerie ist bei einer einzeln marschirenden Divi-sion, wenn es ausser Zweifel steht, dass die Entwicklung zum Gefechtenur auf die Tete stattfinden könne, zunächst dieser nur so viel einzu-theilen, als nach Beschaffenheit des Geländes in den ersten Gefechts-stunden voraussichtlich zur Verwendung kommen dürfte.
Die entbehrlichen Batterien wären dann unmittelbar hinter derInfanterie einzureihen. Batterien, wenn sie abwechselnd im Trab fahren,können eine deutsche Meile bequem binnen 40 Minuten zurücklegen.Selbst die Munitionscolonnen treffen bei ihrem Abstande von derSpitze schon 2—3 Stunden nach Beginn eines Gefechtes bei ihrenDivisionen ein. Sie kommen also keinesfalls zu spät, weil innerhalbdieser Zeit kein Geschütz seine in der Batterie vorhandene Munitionverbraucht haben kann.
Selbst beim Marsche mehrerer Divisionen hintereinander auf einerStrasse kann es in derlei Fällen zweckmässig sein, blos die für die