§. 3. Marschordn. od. Reihenfolge d.Theile in d. versch. Marschformationen. 13
einwirkende Verwendung finden kann. Das Verhältnis der Marschaus-dehnung der streitbaren Kräfte zu jener der todten Last ist bei einerArmeedivision wie 12:7; die todte Last füllt also beinahe die Hälftedes Marschraumes aus.
Bei einem Marschgefechte zwischen zwei gleich starken Colonnenwird demnach stets jene im Vortheile sein, welche die todte Last gänz-lich hinter den streitbaren Truppen oder überhaupt einen minder zahl-reichen Train hat.
Der Begriff von der Grösse des Trains und der dadurch gesteiger-ten oder verminderten Beweglichkeit ist übrigens sehr relativ undkann erst durch Vergleichung des eigenen Trosses mit jenem, welchender Feind mitführt 1 ), auf den richtigen Ausdruck gebracht werden.Man darf aber in der Verringerung des Trains nicht zu weit gehen, daeine Armee, welche bei ihrem Streben nach Beweglichkeit von Hauseaus auf die Mitnahme genügender Vorräthe verzichtet, gezwungen wird,sich bei der Bewegung um so mehr im Kaume auszudehnen, je wenigerRessourcen die Gegend, die man durchzieht, darbietet.
Die Waffengattungen und die beim Kampfe unentbehrlichenReserveanstalten sollen nur mit Rücksicht auf die Möglichkeit ihrer vor-theilhaften Verwendung hintereinander eingereiht werden.
Infanterie, die sich am langsamsten bewegt, ist so viel alsmöglich beisammen und in dem vorderen Theile der Armeecolonnezu halten, damit man sie schnell entwickeln könne; es wäre denn, dassdas Terrain gleich beim Beginne des Kampfes die Verwendung vonCavalerie oder zahlreicher Artillerie voraussichtlich nothwendig machenwürde-
Cavalerie soll daher in der Regel nicht zwischen der Infanteriemarschiren. Abgesehen davon, dass dies für die Cavalerie lästig wird,
*) Im Feldzuge 1859 hatte z. B. die österreichische Armee per Corps 80 Ge-schütze, die französische 54, die erstere überhaupt um die Hälfte mehrTrainfuhrwerke als letztere. Die französischen Corps erhielten bei Marsch-gefechten eine Ueberlegenheit, die sich in den ersten Gefeclitsstundenselbst dann fühlbar machte, wenn auf französischer Seite die numerischeStärke eine geringere war.
üeberdies wussten die Franzosen das Dichtigkeitsmoment der eigent-lich streitbaren Truppen je nach den Umständen noch zu steigern, in-dem sie im richtigen Momente das Entbehrliche und Ueberflüssige aus-schieden. So liess z. B. Napoleon Ili. 1859 vor Beginn der Offensive andie obere Sesia. die reitenden Batterien der Armeecorps (je zwei) inAlessandria zurück, da selbe in der Lomellina und. im Mailändischen, wogrösstentheils Reisfelder Vorkommen, nicht nur keine Verwendung findenkonnten, sondern der Armee auch hinderlich geworden wären.